Gestern haben wir euch das brandneue Video von Nic von Rupp präsentiert, das bei den größten Swells des letzten Winters entstanden ist. Passend dazu haben wir heute ein Interview, das wir ebenfalls im Winter für unsere Travel-Issue geführt haben.

Text & Fotos: Lars Jacobsen

Nic von Rupp ist ständig auf Reisen: Contests, Freesurf-Trips und seine „My Road“-Videos halten ihn auf Trab. Als er jedoch im Winter für ein paar Tage bei sich zu Hause abhing, nutzten wir die Chance und besuchten ihn für ganze 24 Stunden in Sintra, Portugal.

Hi Nic, wie lief das letzte Jahr für dich und wie erging es dir auf der WQS?

Ich hatte 2015 ein richtiges Scheißjahr! 2014 war viel besser, da habe ich so gut wie nie den ersten Heat in einem Contest verloren und bin immer mindestens in die zweite oder dritte Runde gekommen. 2015 habe ich nur einmal überhaupt einen Heat gewonnen. Sonst bin ich immer in der ersten Runde rausgeflogen. Das war echt Mist! Und das, obwohl ich das Gefühl habe, dass ich 2015 viel besser surfte als 2014. Ich bin viel fitter geworden, habe einen viel schärferen Fokus entwickelt… Keine Ahnung, was los war, aber so läuft es eben manchmal. Surfen ist einfach ein subjektiver Sport. Ich habe viele Heats nur wegen 0.10 Punkten verloren, daher hätte es auch oft anders ausgehen können. Aber so ist es eben in einer Surfkarriere, da geht es nicht immer „up up up“, sondern auch mal „up and down“. Die QS lief also nicht so gut, dafür klappten andere Dinge umso besser. Ich wurde Vize-Weltmeister bei den ISA World Surfing Games und habe dort gegen richtig
gute Surfer wie Damien Hobgood gewonnen. Andere Projekte, wie „My Road“, gehen weiter und ich bin nach wie vor sehr motiviert.

Es sieht so aus, als ob du dich immer mehr in Richtung Big-Wave-Surfen und Videoprojekte entwickelst. Damit ist sicher ein Menge Aufwand verbunden?

Ja, auf jeden Fall. Das Leben wäre viel einfacher, wenn man nur ein Ziel im Leben hätte. Aber da bin ich nicht der Typ für. Ich bin ein Surfer, der viele Projekte in der Hand hat. Deswegen bin ich auch auf vielen Ebenen erfolgreich und nicht nur auf einer. Meinen Sponsoren gefällt das, daher passt das auch.

Nic nutzt jede freie Minute, um vor seiner Haustür ins Wasser zu kommen.
Nic nutzt jede freie Minute, um vor seiner Haustür ins Wasser zu kommen.

Wie lange habt ihr für „My Road“ gedreht?

Insgesamt sicher über zwei Jahre. Es dauerte einfach alles länger als wir dachten. Dafür haben wir aber im Winter 2014/15 unglaubliche Wellen in Portugal abgegriffen. Die letzte Episode halte ich daher für eines der besten Surffeatures, die ich je rausgebracht habe. (Mit eigenen Augen könnt ihr euch hier von der Qualität des Videos überzeugen.)

Gibt es bei „My Road“ ein Ende oder dreht ihr immer weiter und weiter?

Wir wollen auf jeden Fall in Zukunft weitermachen, das Projekt macht zu sehr Spaß. Das Ziel ist, mindestens so viel in Zukunft zu drehen wie bisher. Wir wollen noch bessere Swells mitnehmen und noch mehr Qualität abliefern und jedes Jahr mit etwas Neuem überraschen.

Die Qual der Wahl – Nics Quiver ist recht umfangreich...
Die Qual der Wahl – Nics Quiver ist recht umfangreich…

Jetzt sind wir einen Tag lang mit dir unterwegs. Wir wussten ja, dass du viel und hart mit einem Trainer arbeitest, aber heute waren es ganz schön viele Leute, die um dich rumschwirrten…

Ja, es sind inzwischen recht viele. In erster Linie mein Vater, meine Mutter und meine Freundin. Professionell sind es mein Manager Miguel, meine Psychologin und dann habe ich noch drei technische Trainer, die zusammenarbeiten, sowie einen weiteren Trainer. Man sagt zwar, je weniger Leute involviert sind, desto effektiver ist es, bei mir ist das aber anders.

Auf der nächsten Seite erzählt Nic dann, was die ganzen Jungs seines Teams für ihn tun und was er für 2016 geplant hat.