Was ist mit SURFERS passiert und wieso gibt es jetzt PRIME SURFING? Der alte und neue Chefredakteur Lars Jacobsen hat diese und fünf weitere Fragen für uns beantwortet.

1. Das alte Mag gibt es seit ein paar Monaten nicht mehr. Doch anstatt dich arbeitslos zu melden, hast du einfach ein neues Magazin gegründet, oder?

Genau! Unser ehemaliger Verlag hat Anfang des Jahres alle Printtitel eingestellt, aber das wollten wir so nicht hinnehmen – Deutschland braucht einfach ein eigenes Surfmagazin, das mehrmals im Jahr erscheint. Also haben wir beschlossen, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen und das Ganze unter dem Namen PRIME SPORTS zu bündeln. Neben PRIME SURFING wird es bald auch andere Printtitel geben, die ihre Wurzeln alle im Actionsport haben.

2. Ist PRIME SURFING besser als SURFERS?

Wir waren beim alten Magazin all die Jahre immer mit Herzblut dabei und haben alles gegeben, um das Heft mit guten Stories und Fotos zu füllen. Daran hat sich nichts geändert, aber natürlich wollten wir auch ein paar Dinge besser machen und frischen Wind in das Magazin bringen. Daher haben wir uns ein paar neue Rubriken ausgedacht, wie etwa Do It Yourself, Surftechnik und Prime Destination.

3. Wer gehört zum neuen PRIME SURFING-Team?

Wir arbeiten nach wie vor mit einigen der besten europäischen Surfjournalisten und -fotografen zusammen. Neu im Team ist allerdings unser Grafiker Torsten „Torti“ Bürgin,  der viel Schweiß und Herzblut in die Entwicklung der neuen Ausgabe gesteckt hat. Ansonsten sitzt unsere Online-Redaktion jetzt in Hossegor / Frankreich und wir haben zwei neue Redakteure an Bord. Melanie Schönthier und Stephan Bernhard kennen die deutsche Surfszene gut, wohnen aber seit fünf Jahren in Frankreich und werden uns mit spannenden Geschichten versorgen.

4. Wo war die Redaktion überall für das neue Heft unterwegs?

Wir haben zum Beispiel Big-Wave-Charger Fergal Smith in Irland besucht, der von dort aus die Welt retten möchte. An der Ostsee waren wir mit Lennard Girard unterwegs und haben versucht, ihm das eine oder andere Spot-Geheimnis zu entlocken. Und dann sind wir auch noch einmal über den großen Teich geflogen und stellen euch San Clemente, die offizielle Hauptstadt des Surfens in den USA, vor.

5. Hast du in der neuen Ausgabe eine Lieblingsgeschichte?

Carsten Schmidt war für uns in Wales und hat sich dort den neuen Wavepool Surf Snowdonia angesehen. Für mich ein sehr kontroverses Thema, denn zum einen geht es hier um die Kommerzialisierung des Sports und zum anderen hätte wahrscheinlich jeder von uns gerne so ein Teil in seinem Vorgarten stehen. Der ganze Freiheit- und Naturaspekt geht ein bisschen verloren. Plötzlich hat jeder Zugang zu dem Sport und das auch noch recht bequem. Darin hat sich das Surfen immer von anderen Boardsportarten wie Snowboarden oder Skateboarden unterschieden: Es gibt eben keinen Lift oder fest installierten Anlagen, zu denen jeder Zugang hat, sondern man muss sich seinen Platz im Lineup selbst er- und gegen Naturgewalten ankämpfen. Die Geschichte im Heft bringt einen dazu, mal wieder zu hinterfragen, was Surfen für einen selbst bedeutet und was einem dabei wirklich wichtig ist.

6. Wieso glaubst du nach wie vor an ein Print-Surfmagazin?

Meiner Meinung nach wird Print in dem Special-Interest-Bereich, in dem wir uns bewegen, noch sehr lange Zeit eine wichtige Rolle spielen. Ein Printprodukt kann ein ganz anderes Gefühl vermitteln als ein Onlinemedium, gerade in so Sportarten wie Wellenreiten, wo es sehr viel um Emotionen geht. Ein Magazin hast du in der Hand, du nimmst es mit auf Reisen oder an den Strand, und du kannst dich ganz anders reinträumen, als wenn du dir Fotos auf dem Rechner ansiehst. Online hat natürlich seine Berechtigung und ist wichtig, aber Surfen findet draußen in der Natur und nicht vor dem Bildschirm statt.

7. Wann kommt die nächste Ausgabe, und kannst du uns schon ein bisschen mehr darüber verraten?

Im Dezember ist es soweit, dann kommt unsere Travel Issue, für die ich jetzt schon die ersten Geschichten produziere. Gerade war ich auf Sylt, um mit den Jungs vor Ort zu shooten, und nächste Woche fliege ich nach Frankreich. Aber die Produktion für das Heft hat erst begonnen, da kommen sicherlich noch einige Flugmeilen und Autobahnkilometer zusammen…