Die Französin Margaux Arramon-Tucoo lebt ein Leben, von dem die meisten von uns nur träumen können. Aufgewachsen in Biarritz, verdient die 24-Jährige als Surferin und Künstlerin ihr Geld. Uns hat sie verraten, wieso man in Biarritz verhaftet werden kann und was ihre erste eigene Modekollektion mit dem Tod zu tun hat.


1. Du bist in Biarritz in Fußentfernung zur Côte des Basques aufgewachsen, einem der vielleicht überfülltesten Surfspots Frankreichs. Stimmt es, dass man dort verhaftet werden kann, wenn man ohne Leash surft?

Ja, und mir selbst ist das bereits einige Male passiert! Ich musste dann mit auf die Polizeiwache und dort meine Strafe bezahlen. Ich finde das traurig, denn ich bin an diesem Spot aufgewachsen, aber in den letzten Jahren ist es dort immer voller im Wasser geworden, es gibt einfach zu viele Surfschulen. Und plötzlich sollen wir diejenigen sein, von denen eine Gefahr ausgeht. Natürlich habe ich am Anfang auch mit Leash gesurft, so lange bis ich mein Surfboard unter Kontrolle hatte und es nicht mehr aus der Welle gekickt habe. Ohne Leash fühlst du dich viel freier beim Surfen und es ist sogar sicherer, denn so behalte ich mein Board immer bei mir anstatt es einfach wegzuwerfen – das kann mit einer 9-Fuß-Leash ganz schön viel Schaden im Wasser anrichten.

So sehen Margaux' Arbeitstage aus...
So sehen Margaux‘ Arbeitstage aus… Foto: Claudia Lederer

2. Was ist dein Lieblingssurfspot in Biarritz?

Das wird immer Côte des Basques sein, weil ich hier surfen gelernt habe und einfach zu viele perfekte Wellen hatte. Letzten Winter bin ich aber nach Bidart, einem kleinen Ort gleich neben Biarritz gezogen. Dort geht es etwas ruhiger zu, und die Spots sind auch noch nicht so überfüllt. Ich liebe auch die Gegend um Hossegor – manchmal laufen die Sandbänke dort so perfekt wie Pointbreaks und du sitzt ganz allein im Wasser!

Und so sehen ihre Arbeitstage aus, wenn es keine Wellen gibt...
Und so sehen ihre Arbeitstage aus, wenn es keine Wellen gibt… Foto: Claudia Lederer

3. Du hast gerade deine erste Kollektion für RVCA designt. Wie entstand die Idee zu „La Petite Mort“?

Vor zwei Jahren haben meine Freundin Marynn und ich für eine Kunstausstellung von RVCA in London zusammengearbeitet. Unsere Zeichnungen sollten das Gefühl wiedergeben, das viele Mädchen während und nach einer Beziehung haben – ein vergänglicher Moment, der kommt und geht und sich jedes Mal ein bisschen wie sterben anfühlt. Daraus entstand die Idee, eine ganze Kollektion zu diesem Thema zu designen – daher auch der Name „La Petite Mort“.

4. Was sind deine persönlichen Lieblingsstücke in der Kollektion?

Zum einen der One Piece Swimsuit, weil ich das Gefühl hatte, er fehlte noch in der Kollektion und ich ihn in letzter Sekunde entworfen habe. Und dann liebe ich das Kleid, weil es einfach perfekt geschnitten ist und das Designteam so tolle Stoffe dafür ausgewählt hat.

Das "Reve Illusoire-Kleid ist Margaux' Lieblingsstück aus ihrer Kollektion.
Das „Reve Illusoire-Kleid ist Margaux‘ Lieblingsstück aus ihrer Kollektion.

Auf der nächsten Seite erfahrt ihr, was typisch französisch an Margaux ist und welchen Reisetipp sie für Longboarder hat.