Daniela Mischon arbeitet als Flugbegleiterin für Lufthansa und hat bei Flügen nach Kalifornien meist ihr Board dabei. Wer sollte also besser wissen, wie man sein Surfboard todsicher verpackt?

1. Warum sind Surfboards auf Flügen so gefährdet?

„Die Standzeiten eines Flugzeugs am Boden sind eben oft sehr knapp geplant, und so herrscht meist an allen Schnittpunkten Zeitdruck. Würden die Mitarbeiter, die das Gepäck verladen, jedes einzelne Gepäckstück mit Samthandschuhen anfassen, hätten wohl fast alle Flieger auf der Welt Verspätung. In meinem Bekanntenkreis habe ich auch schon mitbekommen, dass Boards unterwegs kaputt gegangen sind, und daher sorge ich einfach vor. Man darf schließlich auch nicht vergessen, dass ein Surfboard eigentlich nicht für den Transport mit einem Flugzeug ausgelegt ist.“

"Ich würde soweit gehen und sagen, dass ich die einzige unter meinen Kollegen bin, die jedes Mal ihr Board mit um die halbe Welt schleppt und jeden Monat vor Dienstplanveröffentlichung sehnlichst hofft so viele Los Angeles Umläufe wie nur möglich im Dienstplan vorzufinden."
„Ich würde soweit gehen und sagen, dass ich die einzige unter meinen Kollegen bin, die jedes Mal ihr Board mit um die halbe Welt schleppt.“

2. Was braucht man?

„Am wichtigsten ist ein flugtaugliches Boardbag, also eines mit einer 10 Millimeter dicken Polsterung. Wer noch Wachs auf dem Board hat, sollte das Board noch zusätzlich in eine Boardsocke packen – sonst kann dich am Ziel eine ziemliche Sauerei in deinem Bag erwarten. Ansonsten ist noch Rohrisolierung aus dem Baumarkt nötig, etwas Kreppband und eine Isomatte aus der Campingabteilung.“

3. Mit was fängt man an?

„Erstmal Finnen sowie Leash entfernen und Board in die Boardsocke stecken! Ich persönlich empfehle euch sogar, die Finnen nicht im Boardbag zu transportieren. Die können nämlich einen ziemlichen Schaden anrichten.“

4. Und das war’s?

„Nein, weiter geht’s mit den Rohrisolierungen, die kosten pro Stück übrigens nur etwa 1 Euro und sind praktischerweise schon auf einer Seite geschlitzt. Einfach rund um das Board auf Nose, Tail sowie Rails stecken und mit Kreppband fixieren.“

Die Rohrisolierung ist angelegt.
Die Rohrisolierung ist angelegt.

5. Und ab in den Flieger?

„Fast. Vorher aber noch eine Isomatte, die auf die Größe des Boardbags zugeschnitten wurde, auf die Unterseite des Boards legen und ebenfalls fixieren. Zusätzlich mache ich das auch noch mit einem Streifen der Isomatte in der Mitte der Oberseite – obwohl das viele für übertrieben halten.“

6. Jetzt ist das Board aber endlich flugsicher verpackt?

„Ja, aber man könnte auch noch ein paar Klamotten zu dem Board in das Bag stopfen. Die sind nämlich auch nicht schlecht als Polsterung.“

7. Kam eines deiner Boards schon mal beschädigt am Ziel an?

„Nein, dank  meiner gründlichen Verpackung ist meinem Board bisher noch nie etwas passiert – glücklicherweise.“

Wer jetzt noch wissen will, wie Daniela den Jetlag bekämpft oder wie viel Surfzeit bei ihren Flügen rausspringt, der erfährt das in unserem Interview mit ihr vom Januar.

Und wer Daniela bei ihren beruflichen und privaten Reisen rund um die Welt begleiten will, kann das über ihren Blog tun: www.flyingsurf.de