Am kommenden Wochenende, dem 8. und 9. Oktober, findet am Münchner Flughafen die Europameisterschaft im Stationary Wave Riding statt. Wir haben den amtierenden Europameister Lukas Brunner über die Eigenheiten der Welle am Flughafen ausgefragt.

1. Seit Mitte September ist die stehende Welle am Flughafen aufgebaut. Bist du jetzt ständig dort und surfst die Welle – sozusagen als Training für den Contest?

Naja, bis jetzt war ich nur einmal für eine halbe Stunde draußen am Flughafen und bin etwas unbeholfen rumgerutscht… Aber diese Woche versuche ich öfter hin zu kommen.

2. Wie würdest du den Unterschied zwischen der Welle am Eisbach und der Welle am Flughafen beschreiben?

Die Welle am Flughafen ist viel perfekter – also cleaner, größer, länger und steiler. Sehr cool ist, dass die Welle eher an eine Welle im Meer herankommt. Du kannst viel eher „Top-to-Bottom“-Kombinationen surfen als am Eisbach. Was mir jedoch fehlt, ist ein Kicker oder mal hin und wieder Weißwasser – also mehr Überraschungen statt reiner Perfektion.

Die Highlights des Contests am Flughafen im letzten Jahr.

3. Du hast letztes Jahr zum zweiten Mal in Folge die Europameisterschaft auf der Flughafenwelle gewonnen. Wie macht man das? Oder anders gefragt: Was wollen die Judges sehen?

Du musst eine Mischung aus Skatetricks, Airs und Carves wie beim Surfen im Meer zeigen. Es wird, denke ich, schon viel Wert auf schön ausgefahrene Turns gelegt. Oder auf schöne Linien, die am besten auch noch kreativ ausfallen – also nicht immer nur von links nach rechts. Aber es geht halt auch nicht ohne die Tricks. Das Wichtigste ist aber auf jeden Fall der Spaß beim Surfen. Wenn die Judges sich einen anschauen müssen, der zu verbissen an die Sache rangeht, dann kommt das, glaube ich zumindest, nicht so gut. Ist ja im Prinzip auch nur ’ne Gaudi!

Am Wochenende könnte der 20-Jährige den Hattrick mit drei Titeln in Folge perfekt machen. Aber nur, wenn er wieder auf volles Risiko geht.
Am Wochenende könnte der 20-Jährige den Hattrick mit drei Titeln in Folge perfekt machen. Aber nur, wenn er wieder auf volles Risiko geht.

4. Gibt es so eine Art Special-Trick, den du im Kopf hast, um die Konkurrenz abzuhängen?

Nö, ich habe keinen Special-Trick vorbereitet. Das Motto lautet: Surfen wie immer und volles Risiko wie immer. Standard im Finale dürften aber sicher Air Reverses, Alleyoops und gerutschte Dreier sein. Shove-Its werden auch versucht, aber selten gestanden. Im Vergleich dazu kann man sich am Eisbach deutlich höher rausschießen und das macht dann auch 360 Shove-Its oder für Flo Kummer sogar Kickflips möglich.

Die Flughafenwelle mag pefekter sein, dafür gehen am Eisbach höhere Airs.
Die Flughafenwelle mag perfekter sein, dafür gehen am Eisbach höhere Airs.

5. Wer sind deine härtesten Konkurrenten? Und sind das alles Jungs vom Eisbach, oder hätte auf der Welle auch ein Profi des WQS-Tour eine Chance?

An Konkurrenten sind alle, die letztes Jahr im Finale dabei waren, wieder ganz vorne dabei. Also Tao Schirrmacher, Gerry Schlegel und Paul Günther. Außerdem Simon Strangfeld, Simon Bitterlich, Flo Kummer oder Moritz und Dominik Wienecke. Die Jungs von der WQS-Tour hätten auf jeden Fall eine Chance, wenn sie genug Zeit zum Einsurfen hätten! Vielleicht würden die Pros nicht gleich auf den ersten Platz kommen, aber für die Finalrunden würde es sicher reichen –  die sollten halt mal kommen.

Lukas und ein paar andere diesen Sommer am Eisbach.

6. Was für ein Board surfst am Flughafen und unterscheidet sich das von deinen Boards am Eisbach oder am Meer?

Mein Board ist 5’4“ lang und 18“ 3/4 breit – genau wie am Eisbach. Im Meer surfe ich natürlich ein größeres Board und auch komplett andere Shapes.

7. Hat sich durch den Titel im letzten Jahr etwas für dich verändert?

Tja, Groupies, Ruhm und unbegrenztes Travelbudget haben sich leider nicht ergeben. Aber vordrängeln am Eisbach geht nun ganz gut.

Dieses Jahr war Lukas recht selten am Eisbach surfen, dafür aber in Indo, Australien und Neuseeland.
Dieses Jahr war Lukas recht selten am Eisbach surfen, dafür aber in Indo, Australien und Neuseeland.

Wer will, kann sich auf der nächsten Seite das Finale der Europameisterschaft im Stationary Wave Riding vom letzten Jahr nochmal ansehen.