Chris Bertish stammt aus Südafrika, gewann 2010 den Big-Wave-Contest in Mavericks und paddelte gerade eben als erster Mensch auf einem SUP über den Atlantik. Wir wollten wissen, wie man so einen Trip übersteht.

1. Wie lange war der Paddeltrip?

„Am 6. Dezember ging es von Agadir in Marokko los über den Atlantik. 7.500 Kilometer und 93 Tage später war ich am 9. März in Antigua in der Karibik angekommen.“

Am Ziel nach 93 Tagen Einsamkeit. Chris war nämlich ohne Begleitboot unterwegs und seine einzigen Kontakte kamen per Satellitentelefon zustande.
Am Ziel nach 93 Tagen Einsamkeit. Chris war nämlich ohne Begleitboot unterwegs und seine einzigen Kontakte kamen per Satellitentelefon zustande.

2. Wie fühlt man sich nach 93 Tagen auf dem Atlantik?

„Es ist, als wäre mir eine unglaubliche Last von den Schultern genommen worden. Ich habe sicher 18 Monate darauf hingearbeitet, dieses Projekt zu vollenden. Jetzt, da es geschafft ist, fühle ich ein solche Erleichterung wie noch nie zuvor in meinem Leben. Aber ich bin auch tatsächlich leichter geworden, sicher vier Kilo habe ich auf der Tour verloren. Geschätzt habe ich ja 12.000 Kalorien pro Tag verbrannt und 2.800.000 Paddelschläge für die Überquerung gebraucht.“

Wie Chris die Flasche Champagner nach drei Monaten Abstinenz bekam, wissen wir leider nicht.
Wie Chris die Flasche Champagner nach drei Monaten Abstinenz bekommen ist, wissen wir leider nicht.

3. Wieviel Proviant nimmt man auf so eine Tour mit?

„Proviant zu bekommen war gar nicht so einfach. Die Firma, mit der ich einen Sponsorendeal hatte, ging nämlich kurz vor meinem Start pleite. Also flog ich ohne jeglichen Proviant nach Marokko und musste dort nach geeigneter Nahrung suchen. Am Ende gab es vier verschiedene gefriergetrocknete Gerichte, die ich mitnehmen konnte: Nasi Goreng, Boeuf Stroganof, Nudeln à la Carbonara und ein Lauch-Kartoffel-Gericht. Eines der Gerichte habe ich gehasst, ein anderes verursachte Durchfall, und ich musste sie trotzdem essen – 93 Tage lang. Irgendwann habe ich begonnen die Mahlzeiten zu mischen, um etwas Abwechslung zu bekommen.“

Der Kurs von Marokko bis in die Karibik.

4. Irgendwann auch mal Panik gehabt?

„Oh ja. Die Herausforderung, jeden Tag 10 bis 15 Stunden zu paddeln, nebenbei den Kurs zu halten und noch genug zu essen, war fast zu viel. Teilweise fühlte ich mich total überfordert, und es kam mir vor, als würde ich um mein Leben kämpfen. Aber es gab auch ein paar Schockmomente der ganz anderen Art. Etwa ein Weißer Hai, der mein SUP angriff – der war nur einen Meter kürzer als mein SUP. Ein anderes Mal wurde ich von einer riesigen Welle getroffen, und dann musste ich noch mitten in der Nacht einmal unter das SUP tauchen, um die Leine eines Treibankers durchzuschneiden.“

Wieviel Schlaf man auf so einer Tour bekommt, steht auf der nächsten Seite.