Kelly Slater hat seinen Wavepool verkauft oder genauer: Die Kelly Slater Wave Company, Kellys Firma hinter der Wavepool-Entwicklung, wurde verkauft.

Was ist das für ein Wavepool?

Okay, du scheinst im Dezember, als Kelly mit dem ersten Video seiner Welle das Internet sprengte, irgendwo auf einer einsamen Insel ohne Internetzugang verbracht zu haben. Hier steht alles über den Wavepool und wie die Welle funktioniert und hier, wo sich der streng abgeschirmte Testpool sich befindet.

Auch Longboarder können in Kellys Pool Spaß haben.

Wer hat die Wavepool-Company gekauft?

Prime Surfing! Und alle, die ein Abo haben, dürfen umsonst surfen. Nein, leider nicht. Es war dieselbe Firma, der auch die World Surf League gehört, also die WSL-Worldtour. Welche Summe für den Deal den Besitzer gewechselt hat, ist geheim geblieben.

Flat im Pool, bis jemand den Knopf drückt.
Flat im Pool, bis jemand den Knopf drückt.

Warum fand der Verkauf genau jetzt statt?

Wahrscheinlich hat es mit dem Besuch von einigen, hohen WSL-Tieren in dem Wavepool Anfang Mai zu tun. Einer der Besucher war Kieren Perrow, der als Surfcommissioner der WSL-Tour entscheidet, wann die Wellen gut genug für einen Contest sind und wann nicht. Kieren, der früher selbst ein Pro-Surfer auf der Worldtour war, durfte auch den Wavepool testen. Danach meinte er: „Ich glaube, jeder Surfer träumte irgendwann schon einmal davon, so eine Welle zu besitzen.“ Klingt, als ob der Pool Kieren gefallen hat und zwar sogar so gut, dass er sich einen Contest in dem Pool vorstellen könnte. Wahrscheinlich eine der Vorraussetzungen für den Deal. Denn was sollte die Worldtour mit einem Pool, in dem sie keinen Contest abhalten kann.

Für einen Contest müsste die Welle mehr zulassen als nur Barrels. Zum Freesurfen ist sie aber perfekt.

Wird jetzt ein Contest in diesem Pool stattfinden?

Nein, nicht in diesem. Kelly sagte eindeutig, dass es nur ein Testcenter ist, das nur für die Entwicklung der Welle gedacht ist. Aber es deutet alles daraufhin, dass die WSL-Tour einen Wavepool-Wettkampf auf die Beine stellen will (und dafür einen neuen Pool bauen will). Allerdings gab es keine ganz klare Aussage, nur Sätze wie: „Auch in Zukunft werden die meisten (!!!) Contests in echten Wellen im Ozean stattfinden“, sagte zum Beispiel Paul Speaker, der CEO der WSL-Tour. Wir denken daher: Es ist nur eine Frage der Zeit.

Was ist mit Olympia?

Gute Frage. Surfen ist ja so gut wie sicher als Sportart im olympischen Programm 2020 in Tokio. Bislang hat die WSL-Tour aber nichts mit Surfen bei Olympia zu tun. Die gesamten Verhandlungen mit den Olympia-Bossen laufen nämlich über die International Surfing Association (ISA), in Person von Fernando Aguerre aus Argentinien. Jetzt hat die WSL-Tour aber die Technik für einen olympiawürdigen Wavepool zur Verfügung und wäre mit von der Partie, wenn bei Olympia wirklich in einem Wavepool gesurft wird. Das ist gar nicht so unwahrscheinlich. Denn die Veranstalter von olympischen Spielen hassen Faktoren, die sie nicht genau planen können. Eine Woche auf Wellen zu warten und nicht zu wissen, wann die TV-Übertragung läuft, erscheint da wie ein Alptraum. Ein Pool ist dagegen auf die Minute genau zu planen, und wahrscheinlich wäre die Show in einer japanischen Surfarena auch besser als in einem japanischen Beachbreak.

Warum ist Kellys Pool so streng gesichert?

Genau wissen wir es nicht, aber es scheint einige Versuche für Industriespionage gegeben zu haben. Tatsächlich waren wohl so viele Drohnen und Helikopter über dem Wavepool unterwegs, dass Kellys Crew ihre Maschinerie getarnt hat. In etwa so wie die Autoindustrie einen Erlkönig, also ein neues Modell, das noch nicht auf dem Markt ist, bei Testfahrten unter klobigen Tarnkarosserien vor neugierigen Blicken verbirgt. Alle Videos von Kellys Pool sind auch so geschnitten, dass man nicht genau sieht, wie das Gerät aussieht, das die Welle produziert.

Der Weg zum Lineup für alle Glücklichen, die Kelly in seinen Pool lässt.
Der Weg zum Lineup für alle Glücklichen, die Kelly in seinen Pool lässt.

Wie leicht ist die Welle zu surfen?

Eine TV-Moderatorin surfte in dem Pool ihre erste Welle (okay, sie hatte ein wenig Hilfe). Ansonsten ist es wohl recht schwer. Kelly meinte, dass ein Pro bei den ersten drei Versuchen stürzte, bevor er die erste Welle abritt. Wie sich ein Wipeout in dem Pool anfühlt und einiges mehr über die Eigenarten der Welle, gibt es hier.

Hier schaut sie noch zu, danach surfte Natalie Morales ihre erste Welle.
Hier schaut sie noch zu, danach surfte Natalie Morales ihre erste Welle.

Ist die Welle komplett ausgereift?

Nein, Kelly spricht immer nur von der Version 1.0. Es gibt Ideen, den Boden des Pools anders zu gestalten, die Welle größer zu machen oder das Konzept für einen ringförmigen Pool, in dem ein Ritt dann tatsächlich endlos sein könnte.

Wie ist der Wavepool Surf Snowdonia in Wales im Vergleich?

Einen Eindruck gibt ein Interview mit Leonardo Fioravanti, dem Supergrom aus Italien, der letzten Herbst bei dem Red Bull Unleashed-Contest in dem Pool teilnham.