Seit ein paar Wochen ist die Surfwelt nun schon auf einen kleinen Fleck namens Hawaii zusammengeschrumpft, und vielleicht liegt die beste Show des Winters schon hinter uns…


Denn die Pe’ahi Challenge…
war gestern, am Sonntag, „on“ und wurde von Shane Dorian im Rückblick als der beste Big-Wave-Contest aller Zeiten bezeichnet. Und, wow, was das für eine Show war! Vor allem, weil Jaws genau die Wellen lieferte, die von diesem fiesen Spot auf Maui erwartet wurden: 50-Fuß-Brecher, die von gefühlten zwei Dutzend Kameras auf Jetskis und Helikoptern aus jedem Blickwinkel eingefangen wurden.

Dass es so eine Show geben würde, war aber klar, sobald der Swell die ersten Messbojen vor Hawaii im Pazifik erreicht hatte. Da schnellte die Swellmessung innerhalb weniger Stunden von 5 auf über 20 Fuß (wie sprechen hier von Swell auf dem offenen Ozean und nicht von brechenden Wellen) nach oben.

Swell ist unterwegs - Messbojen lügen nicht.
Swell ist unterwegs – Messbojen lügen nicht!

Die Wipeouts waren brutal. Tatsächlich waren die Surfer oft mit so viel Tempo unterwegs, dass bei ihren Stürzen nicht ins Wasser eintauchten, sondern über das Wellenface schlitterten, wie ein Stein, den man über die Wasseroberfläche spingen lässt. Einer, dessen Körper den Naturgewalten nicht standhalten konnte, war Mark Matthews. Ihm kugelte eine Lawine aus Weißwasser die Schulter aus. Aber schon aus dem Krankenhaus schickte er wieder Instagram-Fotos und feuerte die anderen Surfer an. Fast alle trugen während des Contests auch aufblasbare Rettungswesten, die ihm Notfall wie ein Airbag aktiviert werden und nutzten sie auch etliche Male.


Am Ende holte der Local Billy Kemper den Sieg. Vielleicht auch, weil er den Spot so gut kannte. Denn in Jaws bläst immer ein heftiger Offshore, der die Wasseroberfläche „choppy“ macht. Wer das nicht kennt, fühlt sich schnell unsicher. Wer es nur so kennt, dagegen nicht.

Local Billy Kemper, dem am Ende kein anderer das Wasser reichen konnte

Greg Long, der vielleicht die größte Welle surfte, in die je Mensch aus eigener Kraft gepaddelt ist

Wer jetzt bereut, dass er den Contest aka „The Best Big Wave Show Ever“ verpasst hat, für den haben wir hier die Zusammenfassung in knappen 24 Minuten:

An der North Shore,…
eine Insel weiter, war der Swell natürlich auch dick, wenn auch nicht ganz so wie in Jaws. Trotzdem brach Pipeline massiv und ziemlich fies. Großes Pech hatte Evan Geiselman. Der Surfpro aus Florida war gerade 20 Minuten im Lineup, als er in einen 15 Fuß-Close-Out paddelte, mit dem Kopf auf dem Riff aufschlug, das Bewusstsein verlor und drei Wellen lang unter Wasser blieb. Andre Botha, eine lokale Bodyboard-Legende, erkannte was los ist, kam ihm zu Hilfe und begann noch im Wasser mit der Wiederbelebung. Aus dem Krankenhaus heißt es nun, dass Evans Zustand wohl stabil ist.

Großes Glück…
hatte dagegen Owen Wright am bisher massivsten Tag des Winters in Pipeline. Owen paddelte nämlich kurz vor Sonnenuntergang gegen 17.19 Uhr in den Lineup, nahm gegen 17.22 Uhr die Bombe des Tages, war so tief in der Barrel, dass er erst nach dem Spit aus der Tube kam, claimte kurz und war eine Minute später wieder am Strand. Effektiver können vier Minuten in Pipeline nicht genutzt werden.

Und Waimea Bay…
war „All-Fun-and-Party-Waves“!!!

Waimea Bay Partywave.
Waimea Bay Partywave