Der Quiksilver in Memory of Eddie Aikau steigt morgen, am 10. Februar, in Hawaiis Gladiatorenarena. Was liegt da näher, als sich nochmal den wohl berühmtesten Wipeout der Waimea Bay ins Gedächtnis zu rufen?

Es war am 15. Dezember 2004, und der Eddie war „on“. Der Kalifornier Darryl Virostko, der kurz nur „Flea“ genannt wird, gehörte zu den eingeladenen Surfern und sollte an diesem Tag noch eine besondere Prüfung bestehen. Uns hat er diesen Wipeout des Jahrzehnts, wie er ihn selbst bezeichnete, noch einmal am Telefon erzählt:

„Ich zögerte keine Sekunde, als die Welle auf mich zurollte, drehte meine Neun-Fuß-Gun Richtung Strand und paddelte mit aller Kraft los. Der Offshore blies mir brutal die Salzwassergischt ins Gesicht, ich presste meinen Kopf flach auf das Board und holte wirklich alle Kraft aus meinen Armen heraus, während sich dieser Berg aus Wasser unter mir immer steiler aufbaute. Seit Wochen hatte ich auf diesen Tag und den Start des Eddie Aikau Contests gewartet, dieses legendären Wettkampfs, der nur stattfindet, wenn die Wellen in der Waimea Bay über 20 Fuß sind. An diesem Tag erreichten die Brecher sogar über 30 Fuß und meine Welle gehörte zu den größten des Tages. Als ich auf die Füße sprang, fühlte sich auch alles noch gut an, aber dann ging alles schief. Eigentlich hätte ich die Wasserwand nach unten rasen müssen, aber mein Board kam einfach nicht ins Gleiten. Der Offshore blies mir so stark entgegen, dass ich oben in der brechenden Wellenlippe gehalten wurde. 15 Meter unter mir sah ich die Wasseroberfläche glitzern und wusste, dass es gleich schmerzhaft werden würde. Dann kam es, wie es kommen musste. Das Wellenungetüm warf seine Lippe samt mir nach vorne und ich stürzte vor der tiefblauen Wasserwand in die Tiefe. Im nächsten Moment tauchte ich mit den Füßen voraus im Wasser ein und tauchte unter, während die gewaltige Wellenlippe direkt hinter mir auf die Wasseroberfläche knallte. Selbst unter Wasser hörte sich der Aufschlag wie eine Bombenexplosion an. Dann erfasste mich der Sog der Welle und ließ mich ihre ganze Kraft spüren: Wie im Schleudergang einer Waschmaschine wurde ich herumgerissen, machte unter Wasser Überschläge, Flicflacs und versuchte dabei ruhig zu bleiben. Gegen die Gewalt des Wassers anzukämpfen, vergeudet nur unnötig Kraft. Ich konnte nur hoffen, dass der Waschgang vorbei ist, bevor mir die Luft ausgeht. Irgendwann fingen meine Lungen dann an zu brennen, als sie nach Luft schrieen, aber da entließ mich die Welle auch aus ihrem Griff. Von dem Schleudergang war ich aber noch so verwirrt, dass ich nicht sagen konnte, wo oben und unten ist. Also tat ich, was jeder Big-Wave-Surfer in so einer Situation tut: Mit einer Hand nach der Leash suchen und daran nach oben hangeln, denn ein Board schwimmt immer an der Oberfläche. Zurück am Strand griff ich mir sofort ein neues Board, um noch eine Welle zu surfen. Nach so einem Sturz darf man keine Pause machen, sonst setzt sich die Angst im Kopf fest und man wird sie vielleicht nie wieder los.“

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