Fundstück der Woche

Diese Woche haben wir eine Leash gefunden und zwar eine, die Haie in die Flucht schlägt. Oder zumindest in die Flucht schlagen soll, wenn sie dir zu nahe kommen.

Worum geht’s?

Um die Sharkleash der australischen Surfmarke Modom, die seit letzter Woche auf dem Markt ist. Sehen konnte man diese Anti-Hai-Leash aber schon vorher. Denn im Rahmen des WSL-Contests in Margaret River Anfang April, wurden schon ein paar der weltbesten Surfer (unter anderem auch Kelly Slater) mit der Sharkleash gesehen. Der Ort war klug gewählt, denn an der Westküste Australiens kann wohl kaum ein Surfer die beunruhigenden Gedanken rund um Weiße Haie vollkommen aus dem Kopf verbannen, und tatsächlich wurde eine Gruppe Pros von einem Raubfisch aus dem Wasser gejagt. Auch letzte Woche kam es an der Westküste wieder zu einem Haiangriff.

In dem kleinen eckigen Kasten ist das ganze Geheimnis versteckt.
In dem kleinen eckigen Kasten ist das ganze Geheimnis versteckt.

Wie funktioniert die Anti-Hai-Leash?

Das Geheimnis der Haiabwehr beruht auf einem magnetischen Feld, das die empfindlichen Sinne eines Hais stören und das Tier somit auf Abstand halten soll. Das gleiche System wird auch von der Firma Sharkbanz verwendet, die Anti-Hai-Bänder für Knöchel und Handgelenk herstellt. Die genaue Wirkungsweise sowie die Einschätzung unserer Haiexperten findet ihr hier.

Falls die Leash reißt, kann die Leine ausgewechselt werden und der Klettverschluss am Knöchel samt Magnettechnologie kann weiter benutzt werden.
Falls die Leash reißt, kann die Leine ausgewechselt werden und der Klettverschluss am Knöchel samt Magnettechnologie weiter benutzt werden.

Funktioniert das wirklich?

Rein theoretisch ist die Idee eines Magnetfeldes zur Haiabwehr ein guter Ansatz, sagen viele Experten. Es gibt auch ein recht überzeugendes Video, das zeigt, wie der todesmutige Bernie sich mit Sharkbanz am Knöchel Haien zum Opfer anbietet.

Gibt es denn keine Kritiker?

Doch, so ist das Magnetfeld nur sehr klein und Haie kommen bis auf einen Meter (oder sogar nur 50 Zentimeter) Abstand heran, bevor sie die Wirkung spüren. Daher sagen auch die Entwickler, dass sich ein Weißer Hai, der im vollen Angriffsmodus aus der Tiefe nach oben schießt, nicht von der Leash stoppen lassen wird (ihr kennt die Bilder, wenn ein Weißer Hai mit einer Robbe im Maul aus dem Meer springt). Aber die Leash könnte sehr wohl sogenannte Testangriffe verhindern, bei denen die Haie nicht genau wissen, was sie vor sich haben und die potentielle Beute erstmal anrempeln. Genau so eine Attacke erlebte wohl auch Mick Fanning im letzten Jahr in J-Bay. Mick kam unverletzt davon. Leider sind Haizähne aber so scharf, dass selbst Anrempler zu tiefen Fleischwunden führen können.

Ist die Sharkleash wegen der Magneten sehr schwer?

Nein, die Leash wiegt nur 70 Gramm mehr als eine ganz normale Leash.

70 Gramm zusätzliches Gewicht werden auf jeden Fall dein Surfen nicht beeinflussen.
70 Gramm zusätzliches Gewicht werden auf jeden Fall dein Surfen nicht beeinflussen.

Und wie teuer ist die Leash?

Ganz billig ist sie jedenfalls nicht. Bei Modom kostet die Sharkleash 250 Australische Dollar, in Europa haben wir sie für 177 Euro gesehen und aus den USA haben wir Gerüchte gehört, dass die Leash auf Amazon für 65 Dollar zu haben ist (gesehen haben wir das Angebot aber nicht und wir wissen auch nicht, ob es irgendeine Art Lockangebot war).

Werde ich gefressen, wenn ich die Leash nicht trage?

Sehr unwahrscheinlich. Mark Addison, ein Haiexperte aus Südafrika, der unter anderem Filmcrews bei Unterwasseraufnahmen berät, meinte: „99 Prozent aller Surfer werden niemals mit einem Hai in Kontakt kommen.“ Wir haben beschlossen, ihm zu glauben. Aber wir leben auch in Europa, wo die Haigefahr recht überschaubar ist. Würde wir dagegen in Florida oder Australien leben, könnte es sein, dass das Sparbuch leergeräumt würde.

Big-Wave-Surfer Mark Mathews erklärt die neue Anti-Hai-Leash.