Ihr kennt das Gefühl: An einem größeren Tag sitzt ihr im Lineup, blickt immer wieder nervös zum Horizont und hofft, nicht im nächsten Moment von einem Freakset erwischt zu werden. Wir kennen es auch, und die Wissenschaft hat nun herausgefunden, warum das so ist.


Worum geht’s?

Um eine Studie des University College London, die beweist, dass wir Menschen die größte Angst haben, wenn wir nicht wissen, was auf uns zukommt. Bei einem Test zeigten die Probanden nämlich die stärkste Angstreaktion, wenn sie nicht wussten, ob sie gleich einen Stromschlag bekommen würden. War ihnen dagegen klar, dass es gleich wehtun würde, hatten sie weniger Angst.

Wie haben die Wissenschaftler das herausgefunden?

Zuerst wurde ein Computerspiel entwickelt, bei dem die Spieler Steine umdrehen mussten. Lag unter einem der digitalen Steine eine Schlange, bekam der Spieler einen realen Stromschlag verpasst (einen recht sanften). Der Clou dabei war, dass die Steine unterschiedlich aussahen und die Spieler nach ein paar Runden ein Muster erkennen konnten. So wussten sie mit der Zeit, dass unter manchen Steinen quasi nie eine Schlange wartete, unter anderen fast immer und bei manchen die Chancen 50 zu 50 auf einen Stromschlag standen. Während die Probanden spielten, wurde ihr Stress (= Angstreaktion) gemessen und das Ergebnis war: Wenn die Chancen bei 50 Prozent lagen, hatten die Spieler die größte Angst. Also wenn sie nicht wussten, ob es gleich wehtut oder nicht. Selbst wenn sie zu 100 Prozent sicher waren, gleich eine Schlange zu finden, hatten sie weniger Angst.

Hätte man ihm gesagt, welches Schicksal ihm gleich droht, hätte er wenigstens keine Angst gehabt. Der Waschgang wäre derselbe geblieben.
Hätte man ihm gesagt, welches Schicksal ihm gleich droht, hätte er wenigstens keine Angst gehabt. Der Waschgang wäre derselbe geblieben.

Was heißt das für uns Surfer?

Dass wir eigentlich keine Angst davor haben, von einem Freakset erwischt zu werden. Nein, Angst macht uns, dass wir nicht wissen, ob gleich ein Freakset über uns hereinbricht. Tatsache ist, dass wir uns wahrscheinlich im Lineup sogar wohler fühlen würden, wenn wir pünktlich alle 20 Minuten „caught inside“ wären. Denn dann wäre klar, was passieren wird und der Faktor des Unbekannten nicht mehr vorhanden.

Was bringt uns das?

Leider nicht viel. Denn die Angst vor dem Unbekannten ist in unseren Genen fixiert und wird auch nie verschwinden. Mehr über die eigene Angst zu wissen, kann trotzdem nicht schaden. Für zusätzliche Beruhigung könnte außerdem dieser Clip sorgen.

Der Moment, in dem du bereust das Apnoetraining mal wieder geschwänzt zu haben.
Der Moment, in dem du bereust, das Apnoetraining mal wieder geschwänzt zu haben.