Die Alaia-Magie

Bis du gerade in Eile? Dann verschiebe dieses Video auf später. Denn Alaias verlangen nach Ruhe und Geduld – beim Bau und auch beim Ritt auf der hauchdünnen Holzplanke. Also komm wieder, wenn du Zeit hast, die Magie eines Alaias auf dich wirken zu lassen.


Das Wort „Lala“ benutzten die Hawaiianer früher, um den Ritt auf einem Alaia zu beschreiben. Damals, vor über 100 Jahren, als sie auf Hawaii schon mit ihren Boards aus Holz über Wellen glitten. „Übersetzt heißt Lala: kontrolliertes Rutschen“, erklärte der Australier Tom Wegener einmal, der als der Wiederentdecker der heutigen Alaias gilt. „Aber das trifft es nicht genau, es ist eher das Spiel, sich an den Punkt des totalen Kontrollverlusts heranzutasten ohne ihn zu überschreiten.“

Tom Wegener mit einer seiner neuesten Kreationen aus Holz.
Tom Wegener mit einer seiner neuesten Kreationen aus Holz.

Genau dieser Ritt im Grenzbereich macht auch die Faszination der nur 19 oder 20 Millimeter dünnen Holzboards aus. Die Rails müssen wie Messer durch das Wellenface schneiden, während man lange, schnelle Sections entlang fliegt. Das ist das Geheimnis, auch ohne Finnen noch in der hohlsten Welle Halt zu finden.

Leicht ist dieses Spiel mit dem Kontrollverlust allerdings nicht. Styleguru und Freesurfgott Dave  „Rasta“ Rastovich beschrieb das Eigenleben eines Alaias einmal so: „Wenn ich in eine Welle paddel, wird die Nose unter meinem Oberkörper nach unten gedrückt, so flexibel und weich ist das dünne Brett. Während ich mich dann in den Bottomturn lege, biegt sich das Alaia unter meinen Füßen komplett durch, verformt sich praktisch zu einem Halbkreis und verankert sich so in der Welle. Sobald die Nose dann wieder ‚down the line‘ gerichtet wird, springt es schlagartig in seine ursprüngliche Form zurück und beschleunigt in einem Sekundenbruchteil – wie von Geisterhand, ohne dass ich etwas dazu beitragen müsste. Es ist, als ob sich das Alaia während jedes Turns mit Energie aufladen und sie in Geschwindigkeit umsetzen würde.“

Wer es nicht probiert, wird nie wissen, wie es sich anfühlt.
Wer es nicht probiert, wird nie wissen, wie es sich anfühlt.

Weil ein Alaia so extrem schwer zu reiten ist, verschieben sich darauf auch sofort die Ansprüche. Plötzlich sind sogar Surfpros wieder gestoked, wenn sie einfach ein Face entlang gleiten, so wie auf ihrer ersten Welle vor etlichen Jahren.

Und nun lass die Magie eines solchen Alaias auf dich wirken, während es Noa Ginella durch die Malediven manövriert.