Zwei gigantische XXL-Swells haben Hawaii ins Visier genommen. Der erste hat gestern die Insel geflutet. Der zweite soll am Donnerstag für grünes Licht beim Quiksilver in Memory of Eddie Aikau sorgen. 


Was Montagmorgen…
an der North Shore eintraf, könnte ein Fall für die Rekordbücher sein. Denn die Messbojen im offenen Meer weit vor der Küste gaben Wellenhöhen von über 30 Fuß an – wohlgemerkt Open Ocean Swell und keine brechenden Wellen. Das sind drei Fuß mehr als bei dem bislang größten Swell im El-Niño-Jahr 1998. Im Wasser war an der North Shore allerdings niemand, da starker Onshore das Meer in eine brodelnde Weißwasserhölle verwandelte. Kurze Handyclips zeigen aber deutlich, dass die Brecher bis über die Uferstraßen kamen.

Sharks Cove auf Oahu gilt eigentlich als Schnorchelparadies.
Sharks Cove auf Oahu gilt eigentlich als Schnorchelparadies.
Angeblich haben tatsächlich ein paar Surfer am Montagmorgen versucht den Lineup von Waimea Bay zu erreichen. Sie hatten keinen Erfolg.
Angeblich haben tatsächlich ein paar Surfer am Montagmorgen versucht den Lineup von Waimea Bay zu erreichen. Sie hatten keinen Erfolg.

Am Donnerstag…
trifft dann der zweite Swell ein. Es kursieren schon erste Gerüchte, dass noch kein Swell von solch einer Dimension je gesurft wurde – zumindest nicht in Jaws auf Maui. Angeblich machen sich auch schon einige Tow-in-Teams bereit für diese Herausforderung, die eine „Once in a Lifetime“-Chance werden könnte. Auf Oahu an der North Shore ging dementsprechend auch The Eddie von „Hold“ auf „Standby“. Das heißt, dass der Contest in der Waimea Bay, der den Ruf hat nie stattzufinden, am Donnerstag tatsächlich stattfinden könnte. Erwartet werden dann 40- bis 50-Fuß-Faces im Duell gegen die besten Big-Wave-Surfer der Welt – was für eine Show! Allerdings sind die Organisatoren etwas vorsichtiger geworden, nachdem The Eddie vor zwei Wochen in letzter Minute doch noch abgesagt wurde: „Ob wir grünes Licht geben oder nicht, entscheiden wir erst am Donnerstagmorgen“, sagte Event-Director Glen Moncata. Sozusagen erst kurz bevor der Contest startet. Etwas Vorsicht ist aber auch angebracht, da der Wind zum Spielverderber werden könnte. Wir werden sehen – im Livestream am Donnerstag so ab etwa 18 Uhr.

Noch Lust auf ein paar Hintergrundinfos und Anekdoten, wie den berühmtesten Wipeout vom Eddie? 

Ach ja,…
wenn der Countdown des Eddie auf „Standby“ geht, müssen sich einige Surfer sofort auf den Weg nach Hawaii machen, um rechtzeitig anzukommen. Der Vielflieger-Award dürfte dabei an Jeremy Flores gehen. Der reiste nämlich schon beim letzten Call 26 Stunden lang zum Eddie an, nur um von der Absage zu hören. Und gestern, als der neue Call kam, war der Franzose gerade auf La Réunion – also mitten im Indischen Ozean und wohl an einem der Orte, die am weitesten von Hawaii entfernt sind.

Jeremy Flores vor zwei Wochen.
Jeremy Flores vor zwei Wochen auf dem Weg nach Hawaii.
Jeremy Flores gestern auf La Réunion, was einer Entfernung von circa 17.000 Kilometern Luftlinie zu Hawaii entspricht.
Jeremy Flores gestern auf La Réunion, was einer Entfernung von circa 17.000 Kilometern Luftlinie zu Hawaii entspricht.