Ein Zwerg in G-Land

Okay, Zwerg ist ein bisschen gemein. Aber der Surfer in diesem Clip, Kobi Clements, sieht im Vergleich zu den cleanen Tubes in G-Land zwergenhaft klein aus. Aber Kobi ist ja auch erst 11 Jahre alt – der wächst noch.

Das führt uns zu folgender Frage:

Wie kann ein 11-Jähriger so surfen? G-Land ist ja als menschenfressendes Wassermonster bekannt und doch zeigt Kobi nicht den geringsten Respekt (mehr über G-Land und die Entdeckung des Spots erfahrt ihr hier). Eine Theorie dazu lautet: Man muss Australier sein, denn die handeln erst und kommen dann später auf den Gedanken, dass sie vielleicht Angst hätten haben müssen. Ob die Theorie stimmt, wissen wir nicht. Aber Kobi stammt auf jeden Fall aus Down Under.  Theorie Nummer 2: Man muss früher auf dem Board stehen, als man laufen kann. Trifft auch auf Kobi zu.

Das erste Mal war für Kobi sehr früh.
Das erste Mal war für Kobi sehr früh.

Eine Frage hätten wir aber noch:

Wieso wird Kobi bei seinen Wipeouts von den Wellen nicht jedesmal mit voller Wucht aufs Riff genagelt. Der Kraft der Weißwasserwalzen kann er wohl kaum etwas entgegensetzen.

Im Vergleich zu Kobi ist diese Welle ein riesiger Brecher.
Im Vergleich zu Kobi ist diese Welle ein riesiger Brecher.

Eine Theorie, die das beantworten könnte, haben wir letzte Woche von Surflegende Tom Carroll gehört. Der sprach nämlich über die Geschichte des Contests in Teahupoo und über die unglaublichen Wipeouts, die dort passieren. Laut Tom verhält sich das bei Wipeouts in großen Wellen ähnlich wie mit Fliegen und der Windschutzscheibe eines Autos. „Wenn du schnell auf der Autobahn unterwegs bist, werden die Fliegen von dem Luftstrom im letzten Moment noch vor der Windschutzscheibe nach oben gesogen und kommen mit dem Schrecken davon“, erklärte Tom. „Wenn ein Surfer in einer großen Welle stürzt, ist seine Masse im Vergleich zu den Wassermassen auch so verschwindend gering, dass er einfach über das Riff hinweggespült wird und gar nicht tief nach unten kommt. Bei kleinen Wellen knallst du dagegen ungebremst auf die Korallen.“ Für Kobi würde die Theorie natürlich schon bei kleineren Wellen gelten. Aber einen Haken hat die Theorie auch: Manche Fliegen landen doch auf der Windschutzscheibe…

G-Land war nicht seine erste Tube

Denn Kobi war auch schon auf Hawaii unterwegs. Wie es ihm bei diesem Trip als Neunjähriger ergangen ist, seht ihr hier…