Eine Welle wie aus einem Horrorfilm

Am vergangenen Donnerstag, dem 16. Juni, war eine Menge Swell rund um Australien im Ozean unterwegs. So erwachte auch einer der fiesesten Spots der ganzen Welt zum Leben: Shipstern Bluff vor der Küste Tasmaniens.

Ein Charakter wie ein Hollywoodmonster

Kennt ihr den US-Kinofilm „The Blob“ aus den 80er Jahren? Der Hollywood-Hit, in dem eine amerikanische Kleinstadt von einem riesenhaften, galertartigen Schleimmonster überfallen und verschluckt wird?

Die Ähnlichkeit ist verblüffend.
Die Ähnlichkeit ist verblüffend.

Ja? Gut! Dann wird euch die Ähnlichkeit zwischen dem Blob-Schleimmonster und Shipstern Bluff sofort auffallen. Denn diese Welle scheint jedem physikalischen Gesetz zu widersprechen, wirft manchmal gleich drei Lippen auf einmal und zaubert aus dem Nichts etliche Stufen in ihr Wellenface. Aber nicht nur die Form dieses tasmanischen Biests von einer Welle erinnert an The Blob. Nein, auch der Charakter ist ähnlich. Denn Shipstern Bluff bricht nicht nur einfach. Nein, diese Welle bricht so boshaft, dass sie es darauf anlegen muss, die Surfer zu verschlingen. Eine andere Erklärung kann es nicht geben.

Wer stellt sich diesem Biest?

Das führt unweigerlich zu der Frage, wer sich freiwillig mit so einer heimtückischen Slab anlegt. Kurz: Wir haben auch keine Erklärung gefunden. Klar ist nur, dass die Surfer, die sich an diesem Spot versuchen, verdammt hart im Nehmen sind. Vor allem der Tasmanien-Local Danny Griffiths, der in dem Clip auf einem orangeroten Board unterwegs ist und drei wahrhaft höllische Wipeouts er- sowie überlebt.

Sieht schmerzhaft aus! Ist es auch! Der Wipeout des Tages von Danny Griffiths.
Sieht schmerzhaft aus! Ist es auch! Der Wipeout des Tages von Danny Griffiths.

„Als ich das Face nach oben gesaugt wurde und mit der Lippe wieder in die Tiefe stürzte, fühlte sich das wie ein freier Fall aus dem 10. Stockwerk an“, beschreibt Danny den heftigsten Waschgang dieses Tages. „Ich rollte mich zu einer kleinen Kugel zusammen. Hatte aber keine Chance so zu bleiben. Da war so viel rohe Kraft, dass meine Arme und Beine einfach herumgerissen wurden. Ich spürte tief unter Wasser den Druck in den Ohren und hörte das Donnern der brechenden Welle. Dann schlug ich auf Felsen oder mein Board schlug auf mich, und schließlich löste ich meine Auftriebsweste aus. An der Oberfläche angekommen, war der Reißverschluss meines Neoprens aufgerissen und die Weste fast von meinem Körper gerissen – die Welle wollte mich einfach ausziehen.“

Aufgeben gilt nicht

Danach ruhte sich Danny zehn Minuten auf einem der Boote aus und ging wieder surfen. Ach, dort ist es übrigens auch noch saukalt. „Füße und Hände werden dort mit der Zeit taub vor Kälte, das hilft nicht gerade beim Surfen“, meint auch Danny.

Und wir dachten schon, dass diese Welle fieser als fies wäre.