Ein Spot weit vor der Küste Westaustraliens verspricht Ruhm und Erfolg. Anscheinend ist diese Aussicht so verlockend, dass manche Surfer dafür (fast) über Leichen gehen.

Worum geht’s?

Um einen Spot, wo jede gerittene Welle das Ticket zu Ruhm, Erfolg und einer Menge Geld sein kann. Eine Möglichkeit, die so verlockend wirkt, dass viel zu viele Surfer ihr Glück versuchen. Leider reichen die Wellen aber nicht aus, und so hat sich der Lineup in eine wahre Kampfarena verwandelt: Fäuste fliegen, Jetski schneiden sich gegenseitig den Weg ab, und Konkurrenten werden in die Impactzone abgedrängt.

Was ist das für eine Welle?

Der Spot liegt in Westaustralien, heißt The Right und gehört sicher zu den brutalsten Slabs der Welt. Tatsächlich verdankt die Welt die Existenz dieses Spots einer geologischen Anomalie. Denn einen halben Kilometer vor der Küste ragt eine schmale Felsbarriere vom Meeresgrund weit nach oben bis knapp unter die Wasseroberfläche. Trifft ein großer Swell aus dem Indischen Ozean auf dieses Hindernis, steigt eine gurgelnde Wand aus Wasser aus dem Meer, die gleich mehrere Lippen auf einmal wirft. Die Ähnlichkeiten mit einer normalen Welle sind auf jeden Fall gering. Sobald dann die Welle über der Felsbarriere explodiert ist, verschwindet sie wieder im bodenlosen Abgrund hinter dem Riff.

Worte reichen nicht aus, um The Right zu beschreiben. Mit Videos kommt man schon näher.

Kann man so eine Welle wirklich surfen?

Wenn es groß ist, braucht man einen Jetski, dann ist Tow-Surfen möglich. Aber die Konsequenzen eines Fehlers sind hart. Vor einigen Jahren wurde der Spot von Bodyboardern entdeckt. Seitdem hat sich viel geändert. Beim letzten guten Swell in diesem Jahr rasten 30 Jetskis durch den Lineup. Es ging es zu wie zur Rushhour in einer Großstadt.

Wir haben euch mehrere Lippen versprochen, also bekommt ihr auch mehrere Lippen.
Wir haben euch mehrere Lippen versprochen, also bekommt ihr auch mehrere Lippen.

Warum wollen plötzlich alle The Right surfen?

In den letzten Jahren wurden mit Ritten an diesem Spot etliche Big Wave Awards gewonnen. Das Face dieser Welle sieht einfach so gemein aus, dass viele andere Spots dagegen blass wirken. So ist The Right zum Sprungbrett in den Surfstarhimmel geworden. Kein Wunder, dass immer mehr Surfer ihr Glück versuchen. „Es gibt nur noch wenige Surfer, die hier ohne Kameramann ankommen“, sagt auch Russel Ord, der als einer der ersten begann, The Right zu fotografieren. „Die surfen hier nicht mehr des Surfens wegen, sondern wegen der erhofften Publicity.“

Criss Ross ist einer der Surfer, der The Right schon lange vor dem Hype surfte.
Criss Ross ist einer der Surfer, der The Right schon lange vor dem Hype surfte.

Wie muss man sich das Chaos vorstellen?

„Surfetikette ist ein Fremdwort“, meint der Undergroundcharger Chris Ross aus Westaustralien. „Jeder versucht Wellen zu bekommen, ganz egal, ob andere schon in Position sind. Es wird gesnaked, geschrieen und geschlagen.“

Wem das Video von The Right gefallen hat, für den hätten wir hier noch eine Welle wie aus einem Horrorfilm. Oder hier eine Massakergalerie von der Ostküste Australiens.