Der Münchner Michi Mohr kündigte im Frühjahr seinen Job, kaufte sich ein Wohnmobil, packte zehn Boards ein und machte sich auf den Weg Richtung Atlantikküste. Seitdem schlägt er immer dort sein Lager auf, wo sich ein großer Swell ankündigt. So wie vor ein paar Wochen im Baskenland…

„Nach ein paar magischen Oktober-Sessions in Frankreich machte ich mich Ende des Monats auf in Richtung spanisches Baskenland, um endlich mal wieder ein paar Riffwellen zu surfen. Die Forecast versprach Südwind und zwei große Swells, und genau so traf es dann auch ein. Schon der erste Tag war größer als erwartet, denn dieser Point, dessen Namen ich nicht verraten möchte, verwandelte den 6-Fuß- und 14-Sekunden-Swell in doppelt kopfhohe Wasserwände. Aber als am 30. Oktober dann der ‚richtige‘ Swell eintraf, wurde mir schnell klar, wieso die Welle als eine der gefährlichsten Europas gilt: Es ist dort unglaublich viel Wasser in Bewegung, die Welle bricht Top to Bottom und immer wieder wird man von Freak-Sets überrascht. Die Felsen an der Inside und vor allem die eingeschworene Local-Truppe tun ihr Übriges. Und dann tauchten auch noch Benjamin Sanchis, Greg Long, Aritz Aranburu und eine Truppe baskischer Charger auf, allesamt mit 9- bis 11-Guns und Flotation Vests ausgerüstet, die sie vor Two-Wave-Holddowns bewahren sollten. Da kam ich mit meiner 8-Fuß-Gun schnell an meine Grenzen. Alle Drops waren sehr spät und manche endeten in Wipeouts, die ich noch Tage später in den Knochen spüren sollte. Drei Wellen – mehr wollte ich gar nicht. Solche Tage sind nun mal nicht vergleichbar mit einem 4-Fuß-Tag an deinem Local Beachbreak. Es wurden dann sogar vier Wellen, dafür bekam ich aber auch ein paar Sets auf die Mütze, die sich anfühlten, als würde man unter Wasser auseinander gerissen. Glücklich und komplett erledigt machte ich nach Sonnenuntergang diesen Shot. An diesem Wochenende soll es doppelt so groß werden und ich bin gerade wieder auf dem Weg ins Baskenland – mal sehen, was mich dieses Mal dort erwartet.“

Michi Mohr, Big-Wave-Surfer auf Europatour

Hier geht’s zu unserer Friday Evening Wave von letzter Woche…