Der Big-Wave-Spot Nazaré ist brutal, furchteinflößend und ab einer bestimmten Größe ohne Jetski eigentlich nicht zu bezwingen. Eigentlich. Denn am 1. November belehrte der Portugiese Joaõ de Macedo die Tow-In-Teams vor Ort eines Besseren, als er mutterseelenallein in einen riesigen Brecher paddelte. 

„Ich hatte gar keine andere Wahl, als mein Glück paddelnd zu versuchen, denn in Nazaré ist es Vorschrift, dass jeder Tow-Surfer mindestens zwei Jetskis zur Unterstützung haben muss. Aber ohne große Sponsoren kann ich mir das nicht leisten. Wenn du aber nur paddeln und nicht Tow-In machen willst, interessiert sich die Hafenbehörde nicht für dich. Also habe ich Hugo Vau, einen portugiesischen Surfer aus Garrett McNamaras Team gefragt, ob er mich mit rausnimmt. Natürlich hätte ich auch versuchen können, durch den Shorebreak zu paddeln, aber an so einem großen Tag wäre das wie Russisches Roulette. Die Wahrscheinlichkeit, dass dich ein Set erwischt und dir den Waschgang deines Lebens verpasst, ist einfach zu groß. Dann gibt es da noch eine Stelle, wo du direkt vom Cliff springen kannst, aber ein Jetski-Taxi erschien mir dann doch die bessere Alternative. Um in Nazaré eine Welle anzupaddeln, musst du dich weiter drinnen positionieren als die Tow-In-Teams und das macht es extrem riskant: Paddelst du die falsche Welle an und folgt darauf eine noch größere, bist du geliefert. Genauso wie bei Freaksets, denen entkommst du ohne Jetski einfach nicht. Das ist leider auch mir an diesem Tag passiert. Der Waschgang war unglaublich brutal und hat mich bis an den Strand mitgerissen! Aber aufgeben wollte ich auch nicht, obwohl alle der Meinung waren, dass es an diesem Tag schlicht unmöglich sei, zu paddeln. Denn das ist schon unter normalen Umständen eine echte Herausforderung, weil man enorm viel Geschwindigkeit und exakt den richtigen Winkel braucht, um eine Welle zu erwischen. Aber an diesem Tag war es auch noch extrem windig. Stell dir vor, du müsstest ein Nashorn mit einem kleinen Taschenmesser erlegen, dann weißt du, wie ich mich gefühlt habe. Aber am Ende habe ich doch tatsächlich eine Welle erwischt!“

Joaõ de Macedo, portugiesischer Big-Wave-Surfer mit eigener Surfschule

Hier geht’s zu unserer Friday Evening Wave von letzter Woche…