Heute liefern wir euch eine der heftigsten Wipeout-Stories, die ihr je gehört habt! Schauplatz ist der Big-Wave-Spot Aileen’s, der Conor Maguire die zugleich beste und furchteinflößendste Sessions seines Lebens bescherte.

Foto: James Katsipis

Die Welle – eine mentale Herausforderung

„Das Foto ist bereits vier Jahre alt, aber diese Session werde ich in meinem Leben nicht vergessen. Die Wellen an diesem Tag waren größer als alles, was ich bisher gesurft hatte – etwa 12 bis 15 Fuß. Dazu kam, dass ich mir für meine erste Big-Wave-Session keinen heftigeren Spot hätte aussuchen können. Aileen’s liegt an der Westküste Irlands, direkt vor einer gigantischen, etwa 250 Meter hohen, vertikalen Felswand, den Cliffs of Moher. Schon der enge, steile Trampelpfad hinunter zum Wasser ist mental eine echte Herausforderung, weil du höllisch aufpassen musst, nicht auszurutschen. Beim Rauspaddeln gilt es zunächst ein wahres Geröllfeld heruntergestürzter Felsbrocken zu überwinden, bevor ein heftiger Shorebreak auf dich wartet, der dich immer wieder in Richtung Küste zurückzuziehen versucht. Aber einmal im Lineup angekommen, wirst du mit einem Panorama belohnt, das es so wahrscheinlich kein zweites Mal auf dieser Welt gibt: Auf der einen Seite Felswände, die so hoch in den Himmel ragen, dass sie einen Schatten auf das Meer werfen, und auf der anderen Seite dieses Biest von einer Welle – Aileen’s.“

Die Session – Glück und Unglück in einem

„Ich hatte so viel Angst vor dieser Session, dass ich die Nacht davor kaum schlafen konnte. Ein paar Wochen zuvor hatte ich mir meinen Fuß gebrochen und war seitdem erst viermal wieder im Wasser gewesen – ich war also alles andere als topfit. Als ich morgens auf dem Cliff stand und die riesigen Wellen sah, hätte ich auch beinahe einen Rückzieher gemacht. Aber Ollie O’Flaherty, ein erfahrener Big-Wave-Surfer und guter Freund von mir, überredete mich, es doch zu versuchen. Im Lineup angekommen war ich allerdings so eingeschüchtert, dass es eine halbe Stunde dauerte, bis ich meine erste Welle anpaddelte. Was für ein Ritt! Ich vibrierte förmlich vor Adrenalin, und ein Glücksgefühl, das ich bisher noch nicht gekannt hatte, durchflutete meinen ganzen Körper. Da ahnte ich allerdings noch nicht, das ich gleich um mein Leben fürchten würde…

Ich hatte so viel Angst vor dieser Session, dass ich die Nacht davor kaum schlafen konnte.

Als ich mich umdrehte und begann, wieder in Richtung Lineup zu paddeln, sah ich plötzlich ein massives Set genau auf mich zukommen. Ich paddelte so schnell ich konnte, aber es half alles nichts – die erste Welle kam genau vor mir runter. Ich erinnere mich noch, wie hilflos ich mich in diesem Moment fühlte, wie eine Maus in der Falle: Hinter mir diese gigantischen Felswände und vor mir eine monströse Wand aus Wasser. Ich warf mein Board weg und war mir sicher, dass ich gleich sterben würde.“

Wie Conor den anschließenden Waschgang überlebt hat, erfahrt ihr auf der nächsten Seite!