Der Swell in G-Land ist immer größer und konstanter als in Uluwatu auf der Nachbarinsel Bali. Trotzdem ist es irgendwie still geworden um diesen Spot, der früher einmal der Traum jedes Surfers war.

Der Spot

Die Entdeckung von G-Land wird Surflegende Gerry Lopez zugeschrieben. Er soll diese Welle an der südöstlichen Spitze von Java in den 70er Jahren aus dem Flugzeug gesehen und daraufhin eine Expedition per Boot zu diesem Spot mitten im Dschungel unternommen haben. Eine glorreiche Entdeckung, die aber gar nicht so leicht zu bezwingen war. „G-Land ist eine unglaublich lange, verdammt schnelle Welle, die recht tricky zu surfen ist“, erzählt Gerry. „Selbst das Rauspaddeln erfordert perfektes Timing und eine Menge Tempo, ansonsten landest du sofort in der Welt der Schmerzen. Denn wer von einem Set inside erwischt wird, hat keine Chance gegen die Kraft der Wellen. Das Ergbenis ist immer das gleiche: Der Surfer wird von jeder Weißwasserwalze von der Spitze des Spots aus immer weiter down-the-Line über das Riff gespült und damit in immer seichteres Wasser. Verschlimmert wird das noch durch die Tatsache, dass das Riff immer schroffer wird und die Wellen immer größer werden, je weiter inside sie brechen.“ Jetzt waren übrigens Matt Wilkinson und Gabriel Medina gemeinsam in G-Land. Was sie dort erlebten, seht ihr hier.

G-Land ist etwas aus dem Fokus der Surfwelt verschwunden. Den Wellen ist das egal, sie laufen auch ohne Zuschauer wie am Schnürrchen über das Riff.
G-Land ist etwas aus dem Fokus der Surfwelt verschwunden. Den Wellen ist das egal, sie laufen auch ohne Zuschauer wie am Schnürchen über das Riff.

Das Foto

Das Bild ist entstanden, als Marcel Pein, Jonas Schnirring und Kevin Koch, drei deutsche Surfer, einen ausgedehnten Trip in Indonesien unternahmen. Ein Trip, auf dem sie nicht nur ihre Boards, sondern auch 30 Wasserfilter im Gepäck hatten. Denn in Indo ist vieles, was bei uns ganz selbstverständlich ist, ein rares Gut. Sauberes Trinkwasser zum Beispiel. Auf die Idee kamen die drei Studenten, nachdem sie von Waves For Water und deren Philosophie „Do what you love and help along the way“ gehört hatten. Denn diese amerikanische Charity-Organisation hat ein Filtersystem entwickelt, das leicht zu transportieren und fast noch leichter zu installieren ist. Die Idee dahinter ist so simpel wie genial: Jeder, der in ein Entwicklungsland reist und Gutes tun möchte, kann die Filter über Waves For Water kaufen und vor Ort selbstständig verteilen. Gesagt, getan! In Indonesien statteten die drei deutschen Surfer so 30 Dorfgemeinschaften und Schulen mit Filtern für sauberes Trinkwasser aus.

Die Jungs unterwegs in Indo.
Die Jungs unterwegs in Indo.

Der Film zum Foto

Die drei surfen nämlich nicht nur und verteilten nebenbei noch Wasserfilter. Nein, sie drehten auch noch einen Film über ihr Clean Drop-Projekt. Und den könnt ihr hier sehen.

Und hier geht’s zur Friday Evening Wave von letzter Woche nach Sultans auf den Malediven.