Heute geht es an den Big-Wave-Spot aller Big-Wave-Spots: Jaws auf Maui. Hier jagte diesen Winter eine Rekordwelle die nächste und eine davon erwischte Yuri Soledad.

„Es war der Tag des Quiksilver in Memory of Eddie Aikau Contest (25. Februar 2016, Anm. d. Red.), und auch in Jaws waren die Wellen riesig – so riesig, dass an Paddeln nicht zu denken war. Es waren bereits einige Tow-In-Teams im Lineup, also reihten wir uns hinten ein und warteten auf unsere Chance. Die kam dann auch in Form einer gigantischen Monsterwelle, die so aussah, als würde sie über die gesamte Bucht zumachen. Ich wollte es trotzdem versuchen. Aber schon in dem Moment, als ich das Seil losließ, merkte ich, dass mein Fuß nicht richtig in der Schlaufe meines Tow-In-Boards steckte. Während ich also auf diesem riesigen Berg aus Wasser nach unten in die Tiefe raste, hatte ich ständig das Gefühl, gleich den Halt zu verlieren und abgeworfen zu werden. Gleichzeitig musste ich über meine Schulter blicken, um zu kontrollieren, was die Welle hinter mir macht. Und was ich da sah, jagte mir einen ganz schönen Schrecken ein: Die Lippe drohte, direkt auf mir zu detonieren, und ich dachte, gleich würde mein letztes Stündchen schlagen! Also versuchte ich, durch Pumpen etwas Speed zu machen und eine etwas höhere Linie zu fahren, um die Section doch noch zu schaffen. Es funktionierte: Ich war plötzlich so schnell, dass es sich fast so anfühlte, als würde ich mit meinem Board über dem Wasser schweben. Als ich schließlich aus der Welle kickte, brannten meine Beine wie Feuer und mein Herz schlug wie wild. Der gesamte Channel flippte vollkommen aus, die Surfer schrien und brüllten, und alle gratulierten mir. Keine Ahnung, wie groß die Welle war – ich bin einfach nur froh, diesen Ritt überlebt zu haben.“

Yuri Soledad, Big-Wave-Surfer

Foto: Mike Jones/ WSL Big Wave Awards

Hier geht’s zur Friday Evening Wave von letzter Woche…