Erinnerst du dich noch an das Monster, das in deinem Kinderzimmer unter deinem Bett wohnte und nur darauf wartet, dass du aufstehst, um dich am Fuß zu packen? In etwa dieselbe Angst sollte diese Welle in Ours bei dir auslösen.


Warum sollte ich Angst vor dieser Welle haben?

Weil der Spot Ours in Sidney, der auch Cape Fear genannt wird, so ziemlich das gemeinste Setup aufweist, das ein Surfspot haben kann. Denn hier rollen kräftige Pazifik-Lines in eine Bucht, treffen dann auf eine superseichte Felskante und bauen sich mit atemberaubender Geschwindigkeit zu einer 10-Fuß-Slab auf, die ihre fette Lippe gierig nach vorne wirft. Geht alles gut, führt dein Free-Fall-Takeoff direkt in eine cavernenartige Tube. Geht alles schief, knallst du entweder direkt auf die superseichte und extrem scharfe Riffkante. Oder du wirst mit dem Weißwasser direkt gegen die Felswand gespült, die vielleicht zehn Meter vom Takeoff-Punkt entfernt ist. Tatsächlich bricht Ours so knapp vor der Felswand, dass du von der Kante des Cliffs das Gefühl hast, direkt von oben auf die Surfer hinab zu schauen. Bekannt wurde der Spot vor allem durch die Bra Boys, die berüchtigte Surfgang aus Sidney. „Eine Besonderheit an Ours ist, dass hier jede Welle so viel Wasser in sich hat“, erklärt der australische Big-Wave-Surfer und ehemalige Bra Boy Mark Mathews. „Auf der ganzen Welt gibt es keine Welle zwischen sechs und zehn Fuß, die heftiger ist.“

Ein Wipeout, den Richie ausnahmsweise ohne neue Narbe überstand.
Ein Wipeout, den Richie ausnahmsweise ohne neue Narbe überstand. Foto: Ted Grambeau/ Red Bull Content Pool

Wen sehen wir hier?

Richie ‚Vas‘ Vaculik, der auch zu den Bra Boys gehörte und angeblich schon mit zehn Jahren (!!!) extrem gefährliche Spots surfte. Vor etwa zehn Jahren hat Richie dann noch eine Karriere als Ultimate Fighter begonnen und prügelt sich seitdem immer wieder in Cage Fights um Punkte. Der Wipeout auf dem Foto, der bei dem Cape Fear Contest von Red Bull passierte, blieb ohne Folgen. Ansonsten hat sich Richie aber schon ein paar Abreibungen in Ours geholt. „Ein paar Mal mit dem Kopf auf die Felsen geknallt“, meint er nüchtern. „Aber nicht schlimm. Ich war nie bewusstlos, musste nur genäht werden. Ach, und einmal ist mein eigenes Board nach einem Wipeout so unglücklich von unten aus dem Wasser geschossen, dass sich die Nose unterhalb meines Kinns in den Hals gebohrt hat. Pech halt.“


Kleiner Clip über Richie ‚Vas‘ Vaculik beim Surfen und Kämpfen (eindeutig jemand, mit dem man sich nicht anlegen sollte).

Sonst noch was?

Heute startet die Waiting Period für den nächsten Cape Fear Contest. Ab jetzt beginnt also wieder das große Warten auf den richtigen Swell für Ours. Dabei ist es gar nicht so leicht zu sagen, wann gute Bedingungen für den Contest herrschen werden. Denn Ours ist so launisch, dass selbst die Locals ständig überrascht werden. Aber das Zeitfenster läuft bis Ende August, also wohl lang genug, um einen perfekten Tag herauszupicken.