Als die Surfer am 6. Juni auf der Klippe vor dem Spot Ours zusammenkamen, konnte keiner sagen, ob die Wellen surfbar wären oder ob jeder Versuch in einem Nahtoderlebnis enden würde. Schließlich einigte man sich darauf, dass man es einfach versuchen sollte.

Das Briefing der Lifeguards

Ein großer Swell war vorhergesagt worden und der war auch eingetroffen. Doch die Wellen erreichten Dimensionen, die sämtliche Erwartungen überstiegen. Denn an diesem Morgen sah die fiese Slab von Ours nicht nur wie eine menschenfressende Welle aus (das tut sie sowieso immer), sondern wie eine menschenfressende Welle auf Steroiden.

"Ist das surfbar?", lautete die Frage. "Wir werden sehen", war die Antwort darauf.
„Ist das surfbar?“, lautete die Frage. „Wir werden sehen“, war die Antwort darauf.

Eigentlich war der Red Bull Cape Fear Contest für diesen Tag geplant. Doch nun diskutierte man lange, ob der Wettkampf möglich wäre. Am Ende gab es grünes Licht und die Lifeguards bekamen das letzte Wort:

„Nehmt eure dickste Leash. Denn euer Board ist die einzige Chance, euch schnell zu finden, wenn ihr auf das Riff aufschlagt und das Bewusstsein verliert. Wenn ihr aber vom Weißwasser auf die Felsen gespült werdet, dann macht die Leash auf, lasst euch auf die Klippe spülen und macht euch keine Sorgen um die paar Kratzer.“

Denn Ours hält zwei gemeine Fallen für jeden gestürzten Surfer bereit: Der Knock-Out auf dem seichten Riff sowie der Wurf auf die Klippe. Mehr über die Gemeinheiten des Spots und ein Wipeout zum Mitfühlen, gibt es hier.

Koby Abbertons Taktik

Einer der Surfer an diesem Tag war Koby Abberton, der uns erklärt, wie er im Duell mit Ours die Oberhand behält. „Einige wollen hier immer die verrücktesten Wellen und nehmen die auch. Selbst wenn sie nicht in der richtigen Position sind. Die gehen dann halt ständig over the Falls“, meint Ours-Legende und Bra-Boy Koby Abberton. „Ich mache das nicht. Wenn ich surfe, sollen meine Haare trocken bleiben. Ich nehme nur die Wellen, die perfekt sind und die ich machen kann. Bin ich nicht perfekt positioniert, probiere ich es erst gar nicht. Der Trick ist, dass sich niemals eine der Stufen auf dem Wellenface unter dir bilden darf. Wenn das passiert, folgt unweigerlich ein Air-Drop und du stürzt. Besser du bist so tief, dass sich die Stufe vor dir auf dem Face bildet. Dann kannst du die Section backdooren und dich von der Stufe barreln lassen. Kurz: Du musst unter der Stufe sein, nicht die Stufe unter dir.“

Koby auf einer weiteren Welle tief genug, um mit trockenen Haaren davon zu kommen.
Koby auf einer weiteren Welle tief genug, um mit trockenen Haaren davon zu kommen.

Die beste Action von diesem Tag in Videoform findet ihr hier.

Credit Titelbild: Spencer Hornby/Red Bull Content Pool

Und hier geht’s zur Friday Evening Wave von letzter Woche im Süden Portugals.