Unsere heutige Friday Evening Wave ist das Kronjuwel unter Balis Weltklassespots: Padang Padang. Eine etwas zickige Schönheit von einer Tube, die sich gerne etwas bitten lässt, bevor sie zeigt, was sie kann.

Padang Padang zum Ersten

Wer auf Bali als Surfer Respekt bekommen möchte, muss Padang Padang zähmen. Der Spot ist vergleichbar mit Pipeline auf Hawaii: Wer hier nicht surft, wird nie ernst genommen werden. Der Grund dafür ist klar: Keine andere Barrel auf der Insel der Götter ist so groß, rund und brutal. Der Takeoff führt direkt in die Tube, wo der Surfer sich kurz komplett aufrichten kann und am Ende des Tunnels wieder ausgespuckt wird.

Aufstehen, Gas geben, ausspucken lassen - kling so einfach und ist doch so schwer. Credit: Mick Curley
Aufstehen, Gas geben, ausspucken lassen – klingt so einfach und ist doch so schwer. Credit: Mick Curley

Padang Padang zum Zweiten

Die Welle selbst benötigt einen mächtigen Swell von mindestens acht bis zehn Fuß, um in die Gänge zu kommen. Und selbst dann ist keinesfalls sicher, dass der Spot funktioniert. Padang Padang ist eben eine Diva und verdammt „fickle“, wie die Amis sagen. Wir würden den Spot eher launisch nennen, vor allem am frühen Morgen. Denn genau wie eine Diva leidet die Welle oft unter „Morning Sickness“ und blüht erst mittags richtig auf.

Padang Padang zum Dritten

Der Spot aus der Vogelperspektive.
Der Spot aus der Vogelperspektive.

A: Jeder der hier war, kennt den Tempel, an dem man auf dem Weg von der Straße zum Strand vorbeikommt.

B: Der Strand und somit der perfekte Ort für ein Bintang nach der Session (von einem Bintang vor der Session raten wir in Padang Padang dringend ab).

C: Der Channel, durch den du mit trockenen Haaren direkt in den Lineup gelangst.

D: Der sogenannte „Fisherman’s Rock“. Wohl einer der meistfotografierten Felsen auf Bali. Denn der Winkel vom Strand erlaubt den Fotografen oft, die Fischer vor dem Felsen im Vordergrund zu haben, während im Hintergrund ein Surfer aus der Tube kommt.

E: Der Takeoff-Spot. Wirklich nur ein kleiner Bereich, in dem sich an guten Tagen locker 50 Surfer und Bodyboarder tummeln.

F: Der „Inside Bowl“ ist die Section über dem Riff, an dem die Tube extrem weit und hohl wird. Aber Vorsicht, hier wird es auch extrem seicht, und wer die Tube nicht meistert, wird schnell auf das Riff genagelt. Wem das passiert, der verliert Haut.

G: Das ist Outside Corner, eine Section des Riffs von Uluwatu, das direkt neben Padang Padang liegt. An richtig dicken Tagen passiert es, dass Surfer in Uluwatu von einem Set erwischt werden und vom Weißwasser bis zum Channel von Padang Padang gespült werden.

H: Das ist eine kleine rechte Welle, die an kleinen Tagen läuft. Wahrscheinlich die beste Anfängerwelle in der Gegend und extrem gefährlich. Denn da tummeln sich dann so viele Surfcamps und -schulen, dass gegenseitiges Überfahren zum Programm gehört.

I: Der beste Aussichtspunkt oberhalb der Welle.

Und so sieht das klatschende Publikum aus, wenn du aus einer Tube kommst. Naja, eigentlich nur wenn du im Rip Curl Cup mitsurfst.
Und so sieht das klatschende Publikum aus, wenn du aus einer Tube kommst. Naja, eigentlich nur, wenn du im Rip Curl Cup mitsurfst. Credit: Hamish

Padang Padang zum Vierten

Alles ist vorbereitet, damit sich im August ein paar der besten Tuberider beim Rip Curl Cup in Padang Padang messen. Darunter Stylelegende Tom Curren, der Hawaiianer Mason Ho, Bruce Irons und 13 weitere Surfer, die für ihr außergewöhnliches Können im Wellentunnel respektiert werden. Der Tag des Contests steht aber noch nicht fest, denn die Bedingungen müssen stimmen. Gewartet wird vom 1. bis zum 31. August, und die Chancen stehen gut, dass sich Padang Padang einmal in dieser Zeit in voller Pracht zeigen wird. Wenn das passiert, könnt ihr per Livestream dabei sein.

Und hier geht’s zur Friday Evening Wave von letzter Woche: La Gravière im wahrscheinlich schönsten Sonnenuntergangslicht, das die französische Fotografin Vanessa Andrieux je an diesem Spot erlebt hat.