Heute sind wir auf den Malediven. Allerdings in einer so abgelegenen Ecke, dass dort kaum ein Mensch ans Surfen denkt. Ein paar Freunde aus der Schweiz schreckte das jedoch nicht ab, dort auf Wellenjagd zu gehen.

Fotocredit: Andy Guinand

Das Protokoll eines Surftrips

„Unser Trip begann wie wohl fast jeder Malediven-Trip mit der Landung in Malé. Unser Boot holte uns direkt am Flughafen ab, und sofort ging es los zu einer der besten Wellen in North Malé: Sultans. Klar dass dort schon einige Boote warteten. Aber wir kamen direkt vom Flughafen und waren heiß darauf, ins Wasser zu kommen. Doch kaum im Lineup wurden wir von den Surfern mit hasserfüllten Blicken und ein paar ählichen Kommentaren empfangen. Es wurde gehasselt, gab Drop-Ins, und die Atmosphäre war denkbar mies. Manchmal fragt man sich, was beim Surfen falsch gelaufen ist, wenn man so eine Session erlebt hat. Es war alles einfach so negativ.“

Ab nach Norden

„Noch am selben Abend begann der Trip in den Norden der Malediven, und am nächsten Morgen lagen wir vor einer kleinen, idyllischen, vollkommen unbewohnten Tropeninsel vor Anker und sahen davor diesen kleinen Righthander über das Riff laufen. Und das Beste war, dass kein anderes Boot in Sichtweite war. Die Qualität der Wellen ist im Norden aber deutlich schlechter als rund um Malé. Deshalb riskiert auch kaum jemand einen Trip dorthin. Ich glaube, dass wir ziemliches Glück hatten, denn wir fanden jeden Tag eine Welle – von knie- bis überkopfhoch, und der Wind war eigentlich auch okay.“

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Rasputin

„Den Namen hat der Spot wohl von einem Engländer, der hier als einer der Ersten surfte. Er sang wohl immer ‚Ra-Ra-Rasputin‚, und das ist irgendwie in Erinnerung geblieben. Klar dass auch wir beim Rauspaddeln jedesmal ‚Ra-Ra-Rasputin‘ schmetterten. Je nach Wind und Gezeit kann der Spot verdammt gut oder total frustrierend sein. Das Wasser ist recht seicht, aber das Riff nicht sehr scharf. Eigentlich besteht der Spot aus drei Sections: Zuerst ist die Welle recht klein und hollow, denn wird sie langsamer und fast ein wenig fett, bevor der Bowl kommt, an dem du verdammt schnell sein musst, um die Section zu schaffen. Faszinierend ist auch, dass der Bowl sicher doppelt so hoch und doppelt so kräftig ist wie die Welle an der Spitze des Riffs. Manchmal kannst du in der Bowl-Section sogar getubed werden. Rasputin war wohl die zweitbeste Welle, die wir fanden, aber eindeutig der beständigste Spot.“

Die Einsamkeit

„Wir sahen während der Zeit im Norden nicht ein anderes Boot, und die einzigen Surfer, die wir trafen, waren Locals von einer Insel. Anscheinend waren wir die ersten Touristen, mit denen sie surften, und der Empfang war das komplette Gegenteil zu unserer ersten Session in Sultans.“

Der Clip zum Trip.

Der Fotograf

Andy Guinand ist 33 Jahre alt, kommt aus der Schweiz, arbeitet für das Ocean71 Magazine und filmt seit zwei Jahren auch mit Drohnen. „Manchmal macht es mir mehr Spaß, meine Freunde beim Surfen zu filmen, als tatsächlich selbst zu surfen. Daher war dieser Trip auf die Malediven auch so einzigartig, denn diese Inseln haben aus der Vogelperspektive etwas Magisches.“