Wir alle kennen Fotos von dem Wavepool Surf Snowdonia in Wales. Doch wie fühlt sich diese von Menschenhand erschaffene Welle tatsächlich an? Wir haben nachgefragt bei dem Münchner Eisbach-Local Rainer Tögel, der im Juni zwei Tage Poolsurfen war.

Vor der Session:

„Einer der größten Fehler wäre es wahrscheinlich, ohne eine Buchung zum Wavepool nach Wales zu fahren. Während der zwei Tage, die ich dort war, gab es keinen freien Platz mehr. Hätte ich nicht reserviert, hätte ich zuschauen müssen. Buchen geht ganz leicht über die Website von Surf Snowdonia. Die Entscheidung, was man bucht, ist dagegen gar nicht so leicht. Eine Stunde? Zwei? Oder gleich einen halben Tag? Ich wusste ja nicht, wie anstrengend Surfen im Pool ist und wie viele Wellen es gibt. Am Ende buchte ich zwei Stunden pro Tag. An Kosten fielen dafür 70 Pfund (91 Euro vor Brexit) am Freitag und 80 Pfund (104 Euro vor Brexit) am Samstag an.

Die vom Menschenhand erschaffene Welle in ihrer ganzen Pracht.
Die vom Menschenhand erschaffene Welle in ihrer ganzen Pracht. Credit: Surf Snowdonia

Außerdem gibt es noch eine Auswahl nach dem eigenen Surfniveau, von Anfänger bis Fortgeschrittener. Wer den Takeoff beherrscht, für den kommt nur die Kategorie ‚Freesurf Advanced‘ in Frage.“

Takeoff:

„Über die gesamte Länge der Lagune zieht sich der Zaun, hinter dem ein Schlitten hin- und herfährt und so die Welle erzeugt. So läuft immer abwechselnd eine Welle von Ost nach West und anschließend von West nach Ost. Es gibt immer nur zwei Mitsurfer, mit denen man sich abwechselt. Bist du an der Reihe, läufst du vom Beckenrand ins Wasser und paddelst ein paar Meter in die Mitte direkt an den Zaun, die Takeoff-Zone. Damit die jeder findet, gibt es auch ein Schild, das die Takeoff-Zone kennzeichnet.

Rainer unterwegs im Wavepool von Wales: "Circa alle 90 Sekunden kommt eine Welle und alle fünf Minuten ist die für dich reserviert."
Rainer unterwegs im Wavepool von Wales: „Circa alle 90 Sekunden kommt eine Welle und alle fünf Minuten ist die für dich reserviert.“

Als nächstes sitzt du dann alleine am Peak und siehst, wie sich die Führungsrollen des Stahlseils hinter dem Zaun in Gang setzen. Anfangs saß ich beim Warten etwas verkrampft neben dem Zaun im Wasser. Ich wollte ja keine Welle verpassen. Außerdem zieht stets eine leichte Strömung an dir. So war ich ständig damit beschäftigt, mich in der optimalen Position zu halten. Einige haben sich deshalb auch am Zaun festgehalten. Wenn alles gut läuft, kann man sehr kraftsparend die Wellen anpaddeln und so viel länger surfen. Mehr als zwei bis vier Paddelschläge sollten nicht notwendig sein.“

Wie sich der Ritt anfühlt, steht auf der nächsten Seite.