Fotos sollen beweisen, dass Urhaie von schier unglaublicher Größe noch ihr Unwesen treiben, obwohl sie doch schon lange ausgestorben sein sollten. Kann das wirklich sein?


Worum geht’s?
Um Megalodon, die wohl größte Haiart, die je auf der Erde existierte. Wahrscheinlich konnten die Tiere bis zu 20 Meter lang und 70 Tonnen schwer werden. Es wurden einzelne Zähne gefunden, die bis zu 18 Zentimeter lang sind. Zum Vergleich: Ein Weißer Hai wird maximal sieben Meter lang, wiegt drei Tonnen und verfügt über Zähne von bis zu acht Zentimetern. Ganz beruhigend also, dass der Megalodon vor Millionen von Jahren ausgestorben ist.

Schwarz: Der Zahn eines Megalodon. Weiß: Zähne eines Weißen Hais.
Schwarz: Der Zahn eines Megalodon. Weiß: Zähne eines Weißen Hais.
Eine Rekonstruktion des Gebisses eines Megalodon, das Forscher circa 1910 anfertigten.
Eine Rekonstruktion des Gebisses eines Megalodon, das Forscher circa 1910 anfertigten.

Warum sollte mich das interessieren, wenn der doch ausgestorben ist?
Weil uns die Bild-Zeitung letzte Woche den Beweis lieferte, dass der Megalodon doch noch lebt. Dabei beruft man sich auf ein Foto aus dem Jahr 1942. Das Bild zeigt angeblich ein U-Boot der deutschen Wehrmacht vor Südafrika und Rücken- sowie Schwanzflosse eines Megalodon, der quietschfidel seine Runden im Ozean dreht. Eine andere Erklärung kann es nicht geben, denn für einen anderen Raubfisch wäre der Abstand zwischen den beiden Flossen viel zu groß. Quelle des Fotos ist übrigens der TV-Sender Discovery Channel, der das Foto auch in seiner Doku „Megalodon: The Monster Shark That Lives“ zeigte. Tatsächlich gaben bei einer Befragung nach der Ausstrahlung 70 Prozent der Zuschauer an, dass sie nun von dem Überleben des Megalodon bis in unsere Zeit überzeugt seien.

Der Beweis: Rücken- und Schwanzflosse eines Urhais im Hintergrund.
Der Beweis: Rücken- und Schwanzflosse eines Urhais im Hintergrund.

Muss ich jetzt Angst haben?
Nicht wirklich, denn schon kurz nach der Ausstrahlung bekam Discovery Channel eine Menge Gegenwind. Da hieß es etwa, dass keinerlei Wellen an den Flossen zu erkennen seien. Demnach hätte der Fisch still im Meer treiben müssen, anstatt durch das Wasser zu schneiden. Und Militärhistoriker bezweifelten, dass dieser spezielle U-Boot-Typ tatsächlich vor Südafrika im Einsatz war. Schließlich wurde ein Haiexperte, der sich in der Doku für die Möglichkeit überlebender Exemplare des Megalodon aussprach, als Schauspieler enttarnt. Er hatte auch schon einen kurzen Auftritt in dem Kinofilm Free Willy. Am Ende sagte Discovery Channel, dass die Sendung ein „Mockumentary“ und kein „Documentary“ gewesen sei, also Fiktion mit wissenschaftlichem Anstrich, und das auch irgendwo klein im Vor- oder Abspann zu lesen war. Die Bild-Zeitung hat diesen Fakt übrigens auch übersehen.