Ein Mordversuch auf Video gebannt

Mörder legen normalerweise viel Wert darauf, im Dunklen zu agieren und unerkannt zu bleiben. Dieser scheint eine Ausnahme zu sein, denn er beging seine Tat bei strahlendem Sonnenschein und auch noch vor dem Objektiv einer Kamera.


Der Täter:
Nach Zeugenaussagen war es ein Fisch, der aussah wie ein schlanker Torpedo mit Schuppen samt einem Maul, das an einen langen Schnabel erinnerte und wohl spitz war wie ein Bajonett. Nach diesen Aussagen muss es wohl ein Hornhecht gewesen sein. Übrigens kein unbeschriebenes Blatt. Schon Windsurfer, Schnorchler, Kiter, Angler oder eben Surfer wurden von einem Hornhecht wie von einem fliegenden Speer attackiert und teils auch durchbohrt.

So sah der Täter nach der Meinung unseres Phantombildzeichners aus. Credit: Gervais et Boulart - Les poissons Gervais
So sah der Täter nach der Meinung unseres Phantombildzeichners aus. Credit: Gervais et Boulart – Les poissons Gervais

Der Fall:
Die Tat ereignete sich in Indonesien, wo der Täter seinem Opfer auflauerte und es von hinten angriff. Wodurch das Tatmerkmal der Heimtücke erfüllt wäre. Einzig dem Glück des Surfers Mitch Parkinson ist es zuzuschreiben, dass er von diesem bis zu 60 km/h schnellen Speer aus Muskeln und Knochen nicht gepfählt wurde. Der Täter ist derzeit auf der Flucht.

Das Plädoyer der Verteidigung:
Es war kein Mordversuch. Der Hornhecht hat einfach die schlechte Angewohnheit, über flache Hindernisse wie kleine Boote oder Wellen lieber hinweg zu springen, als unter ihnen durchzutauchen. Wenn er dann ein Hindernis erkennt, ist es leider schon zu spät.