Es war Anfang April, als die WSL-Tour nach Margaret River in Westaustralien kam. Ein Spot, der wechselhaft ist, und so wunderte sich zuerst niemand, als der Contest abgebrochen wurde, nachdem der Wind gedreht hatte. Doch dann geschah das Unerwartete.


Es war noch während der ersten Runde, und John John Florence wäre im nächsten Heat an der Reihe gewesen. Wenn nicht WSL-Commissioner Kieren Perrow den Contest gestoppt und die anstehenden Heats auf den nächsten Tag verlegt hätte. Tatsächlich war es am Morgen noch glassy und clean gewesen. Jetzt blies der Sideshore in die Wellen und machte die Faces choppy. „Devil wind“, sagte Kieren und meinte, dass die Pros nicht mehr viel aus den Wellen herausholen könnten. Oh, wie falsch er mit dieser Einschätzung lag…

Auftritt John John Florence

Statt nach dem Abbruch des Contests ins Hotel zu fahren, paddelte John John in den Lineup und zeigte in den nächsten Minuten einen so gewaltigen Air, wie man ihn vielleicht ein oder zwei Mal pro Jahr in einem Wettkampf zu sehen bekommt. „Die Air-Section war einfach richtig gut“, meinte John John danach nur lapidar.

Dann folgte der Ärger

Denn kaum hatte Albee Layer daheim auf Maui von John Johns Air erfahren, machte er seinem Ärger Luft. Tatsache ist, dass Albee, der ständig sowohl die Grenzen im Big-Wave-Surfen als auch in Sachen Airs austestet, die WSL-Tour schon öfter kritisiert hat. Zu lahm und zu altbacken seien die Ritte während der Wettkämpfe, so Albees Meinung. Daher ist auch sein Kommentar zur Absage des Contests verständlich: „Von wegen ‚devil wind‘, ‚air wind‘ heißt das. Wieso sagt man nur einen Contest ab, wenn es so perfekte Rampen gibt?“

Aber seine Kritik ging noch weiter: „Je länger jemand auf der Tour surft, desto weniger Airs macht er. Die Judges belohnen das einfach zu wenig und wollen immer nur dasselbe sehen. Es kommt mir so vor, als ob alle neuen Surfer mit einem frischen Style auf die Tour kommen, und dann surfen sie nach kurzer Zeit genau wie alle anderen. Fortschritt sieht anders aus.“

Albee Layer und ein 720 – so wünscht sich der Maui-Local auch die Worldtour.