Letzte Woche feuerten die Wellen nicht nur in Hawaii, auch das Mittelmeer war „on fire“, genauer gesagt: die Beachbreaks an Israels Küste. Der deutsche Pro-Surfer Arne Bergwinkl war zufällig live vor Ort, als der erste große Swell des Jahres eintraf. Wieso und was er dort erlebt hat, hat er uns in einem kurzen Interview verraten.

Wieso hat es dich ausgerechnet nach Israel verschlagen?

Dort fand letzte Woche der SEAT Pro Netanya, der erste europäische QS-Contest der Saison, statt, den wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Ein Surftrip ans Mittelmeer ist immer ein bisschen wie Russisches Roulette – man weiß nie, was man kriegt, oder?

Ja, auch bei unserem Trip war alles dabei: perfekte Offshore-Bedingungen und übelster Onshore-Surf. Es war zum Teil echt chaotisch, aber die Bedingungen waren für alle die gleichen!

Arne surfte beim ersten israelischen QS Event in Netanya auf Platz 13.
Arne surfte beim ersten QS Event in der Geschichte Israels auf Platz 13. Foto: Johannes A. Wyneken

Der Contest fand in Netanya statt. Kannst du uns ein bisschen mehr über den Spot verraten?

Netanya ist ein reiner Beachbreak, der aber richtig gut laufen kann. Denn um die Küste vor Stürmen zu schützen, haben die Israelis dort lange Felsbarrieren gebaut, an denen sich perfekte Peaks bilden. Bei Onshore bieten die Felsen außerdem Schutz vor dem Wind, es geht also immer was.

Wie ist es für dich beim Contest gelaufen?

Ich bin bis unter die letzten 16 gesurft, dann war leider Schluss für mich. Aber damit habe ich mit eine gute Ausgangsposition für die europäische Saison gesichert und stehe nun auf Platz 9 im europäischen Ranking der WSL. Jetzt werde ich alles geben, um die Saison so weit oben wie möglich zu beenden.

Israelische Surfer sind dafür bekannt, keine Welle freiwillig herzugeben und sich selbst sowie anderen ständig gegenseitig reinzudroppen. Welche Erfahrungen hast du dort gemacht?

Ich fand die Locals total unkompliziert! Die haben sich über das Event wahnsinnig gefreut, und wir fühlten uns jederzeit willkommen – auch beim Freesurf. Schlecht benommen hat sich im Lineup niemand.

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Die Israelis scheinen echte Surf-Fans zu sein – selten sieht man bei einem QS Contest einen so gut besuchten Strand… Foto: Johannes A. Wyneken

Hattest du neben dem Contest auch Zeit, dir das Land ein bisschen anzuschauen?

Ja, wir haben einige coole Spots gesurft und sind natürlich auch nach Jerusalem gefahren. Trotz der ganzen Geschichte und den Emotionen dort ist das eine einzigartige Erfahrung. Wer nach Israel fährt, sollte unbedingt einen Abstecher dorthin machen. Mein Fotograf Joe Wyneken hat mich die ganze Zeit begleitet – es gibt also bald mehr von diesem Trip zu sehen!

Wie sehen deine Pläne für den Rest der Saison aus?

Ich fliege erst einmal zurück nach Ecuador und arbeite dort an meinem Filmprojekt weiter.  Dann steht noch ein weiterer Surftrip an, aber noch habe ich nicht entschieden, wo es hingehen soll. Eventuell surfe ich auch einige internationale QS Events mit, und dann komme ich wieder nach Europa, um die Tour weiter zu surfen!

Und hier noch ein Video, das an einem Spot unweit des Contest-Geschehens entstand und zeigt, wie gut die Bedingungen an diesem Tag waren: „Israel as good as it gets!“