Longboards und Motorbikes an der Sunshine Coast

„Der Swell des Jahrzehnts ist im Anmarsch“, titelten die Zeitungen an der Ostküste Australiens im Februar. Zum Teil stimmte das auch, zum Teil war es aber völlig falsch – zumindest, wenn du nur dein Shortboard eingepackt hattest.


Denn als der Swell, den der Zyklon Winston entfacht hatte, auf die Gold Coast traf, transformierte sich die Superbank in eine Barrelmaschine, die selbst Surfstars wie Mick Fanning ungläubig staunen ließ. Man muss auch zugeben, dass es wirklich selten Wellen gibt, auf denen man sieben Tubes während eines einzigen Rittes bekommen kann. Klar, dass es auch Minuspunkte während dieser „Winston-Tage“ gab. Etwa, dass jeder Surfer im Umkreis von hunderten Kilometern im Lineup saß – manche Schätzungen sprachen von bis zu 400 Surfern. Einige der Pros waren über den Massenansturm auch nicht wirklich erfreut. Von Mitch Parkinson (dem Bruder von WSL-Tour-Surfer Joel Parkinson) gibt es zum Beispiel dieses schöne Zitat, das wir zur Abwechslung mal im Originalton belassen: „The fadings are nuts, just kooks who can’t even stand up trying to paddle into below-sea-level waves, a good surfer will be in the barrel and they’ll just jump on their heads. It’s heavy.”

Verständlich, dass sich einige Surfer ein Ausweichziel suchen wollten und sich Richtung Sunshine Coast nördlich von Brisbane in Queensland aufmachten. Manche scorten dort den Jackpot (wenn sie ein Longboard dabei hatten), andere schauten in die Röhre (wenn sie auf ihr Shortboard gesetzt hatten). Denn statt in mannshohe Tubes transformierte sich der Winston-Swell hier in kleine, aber perfekte Röhrer, die nach einem 9-Fuß-Board schrien.