Matt „Wilko“ Wilkinson wollte nie wirklich einen Sieg, dachte man. Doch dann kam 2016, und der Australier ließ keinen anderen mehr gewinnen – nach sieben Jahren auf der Tour ohne einen einzigen Sieg. Was hat sich nur geändert?


Der Grund für den Erfolg:

Die Ursache für Wilkos Siegesserie ist bekannt und hat einen Namen: Glenn Hall, Wilkos neuer (und zugleich erster) Coach. Denn es kann kein Zufall sein, dass Wilko seit Anfang des Jahres mit Glenn zusammenarbeitet und genau seit diesem Zeitpunkt gewinnt. Aber Glenn, der letztes Jahr noch selbst für Irland auf der Worldtour mitsurfte (Glenn besitzt die Staatsbürgerschaft Irlands und Australiens, aufgewachsen ist er aber an der Ostküste Australiens), hüllt sich über seine Coachtätigkeit in Schweigen. Nur manchmal, wenn er unvorbereitet vor die Kamera gezogen wird, lässt er einen Satz über Wilko fallen. Wir haben versucht, aus diesen Informationshäppchen die Erklärung für Wilkos Erfolg herauszufiltern…

1. Die beiden kennen sich schon ewig:

Wilko ist neun Jahre älter als Glenn, aber beide wuchsen in der Nähe von Sydney auf. „Damals war Wilko dieses fette Kind mit dem Gath-Helm auf dem Kopf (Anmerkung: Wir wissen nicht, ob Glenn übertrieben hat, aber er hat es so gesagt). Aber sein Surfen hob sich damals schon von den anderen ab. Er fuhr diese wilden Lines und machte diese teils seltsamen Turns“, erzählte Glenn über die gemeinsame Vergangenheit.

Glenn Hall (mit dem grünen Armband) hilft immer - auch beim Tragen seines Schützlings nach dem Sieg.
Glenn Hall (mit dem grünen Armband) hilft immer – auch beim Tragen seines Schützlings nach dem Sieg.

2. Wilko war immer schon so gut wie jetzt:

„Er ist ein absoluter Freak in Sachen Talent, er musste nur lernen, damit umzugehen“, sagt Glenn. „Jetzt hat er ein paar Kleinigkeiten geändert, geht früher ins Bett, und der Erfolg ist da.“

Unterwegs mit Wilko in Byron Bay.

 3. Wilko musste fit werden:

„Vor einem Jahr war Wilko nicht wirklich fit. Jetzt hat er gerade den Contest in Bells bei soliden 10 Fuß gewonnen, was körperlich fordernder ist, als sich die meisten Menschen vorstellen können“, weiß sein neuer Supercoach. „Vor einem Jahr hatte Wilko auch noch nie ein Fitnessstudio von innen gesehen, deshalb war es gar nicht leicht, ihn so fit zu machen, wie er heute ist. Ich habe es geschafft, indem das Training zum Spaß wurde. Da sprang Wilko dann zwischen Gymnastikbällen herum, lachte und merkte gar nicht, dass er gerade trainierte.“

Coach Glenn freut sich schon, dass sein Schützling Wilko heute Nacht wieder surfen darf. 10 Fuß soll es in Margaret River geben, also die (neue) perfekte Größe für ihn.
Coach Glenn freut sich schon, dass sein Schützling Wilko heute Nacht wieder surfen darf. 10 Fuß soll es in Margaret River geben, also die (neue) perfekte Größe für ihn.

4. Wilko nimmt es ernster als früher:

„So richtig hart wird mein Job, wenn ein Abend anfängt außer Kontrolle zu geraten und ich Wilko zwingen muss, nach Hause zu gehen. Aber es ist inzwischen einfacher geworden, ihn zu überzeugen. Jetzt habe ich eher Angst, dass Wilko zu ernsthaft wird und gar nicht mehr ausgeht. Da muss ich dann auch einschreiten, denn nur auf dem Sofa zu sitzen bekommt ihm nicht. Vor dem Finale in Bells waren wir auch noch auf einen Burger und ein Bier.“

Das nur nebenbei: So sieht Wilkos Privatleben aus.
Das nur nebenbei: So sieht Wilkos Privatleben aus.

5. Wilko kann auch auf Lefthandern surfen:

„Klar, Bells und Snappers waren Righthander. Aber Wilko hat ein paar echt abgefahrene Lines für linke Wellen, die noch niemand so gesehen hat.

Aber könnte Wilko am Ende sogar Weltmeister werden? Manche sagen „nein“. Wer, das steht auf der nächsten Seite.