Alles, was für Surfer wichtig war oder wird, auf einen Blick.

Einen kleinen Nachtrag…
gibt es zur Pe’ahi Challenge vom vergangenen Sonntag. Denn als der erste Big-Wave-Contest in Jaws auf Maui stattfand, wurde dort ganz nebenbei die größte Welle geritten, in die je ein Surfer in Jaws aus eigener Kraft gepaddelt ist (also ohne Jetski-Hilfe). Zumindest legen die Bilder und Augenzeugenberichte nahe, dass Mark Mathews so ein Monster von einer Welle erwischt haben könnte (mehr von der Pe’ahi Challenge gibt’s hier). Leider endete Marks Versuch schmerzhaft: Er wurde lang unter Wasser gedrückt und seine Schulter von der Kraft des Weißwassers ausgekugelt. Das Ende des Contests verfolgte er dann aus dem Krankenhaus.

Vielleicht die größte Welle, die je in Jaws angepaddelt wurde.
Vielleicht die größte Welle, die je in Jaws angepaddelt wurde

Einen Tag später…
war der Swell dann weitergewandert und traf auf die Westküste der USA. Klar, dass Mavericks „on fire“ sein würde. Den Fotobeweis bringt Garrett McNamara, der für diesen Swell sogar seine portugiesische Wahlheimat Nazaré verlassen hat.

Garrett McNamara lässt seine Wut raus. Er war nämlich ziemlich abgepisst, dass er nicht zur Pe'ahi Challenge eingeladen wurde.
Garrett McNamara lässt seine Wut raus. Er war nämlich ziemlich angepisst, dass er nicht zur Pe’ahi Challenge eingeladen worden war!

Man könnte meinen…
die Wellen auf Hawaii legen es gerade darauf an, ihren Ruf als heftigstes Surfrevier der Welt zu verteidigen. Denn an der North Shore folgte in den letzten Tagen eine Verletzung auf die andere. Zuerst wäre Evan Geiselman fast in Pipeline ertrunken, nachdem er mit dem Kopf auf das Riff geschleudert worden war. Dann ging Mikala Jones in Off the Wall „over the falls“ und musste sich mit 21 Stichen im Gesicht behandeln lassen. Und nur einen Tag, bevor die Pipe Masters begannen, erwischte es Owen Wright. So weit wir wissen, hatte Owen keinen heftigen Wipeout, sondern wurde „nur“ von einem mächtigen Set „caught inside“ erwischt und an den Strand gewaschen. Zuerst merkte Owen auch nichts, ging vom Strand ins Teamhaus und legte sich hin. Als er dann aber am Nachtmittag wieder aufwachte, fühlte er sich so schwach, dass ein Krankenwagen gerufen wurde. Manche behaupten, dass Owen auf dem Weg aus dem Haus gestützt werden musste und Atemproblem hatte. Später wurde im Krankenhaus dann eine schwere Gehirnerschütterung mit Blutungen diagnostiziert. Die gute Nachricht ist aber, dass Owen sich wieder voll und ganz erholen wird. Um den Weltmeistertitel surft er nun aber natürlich nicht mehr (wer dieses Jahr den Titel holen könnte, gibt es hier unter Thema Nummer 2 nachzulesen).

Mikala Jones, kurz vor der Behandlung mit Nadel und Faden.
Mikala Jones, kurz vor der Behandlung mit Nadel und Faden

Selbst gegenüber den Pros…
zeigte sich Pipeline unnachgiebig und schickte etliche der weltbesten Surfer im freien Fall mit der Lippe in die Tiefe. Vielleicht waren die fiesen Surfbedingungen auch der Grund für eine seltsame Begebenheit am ersten Contesttag der Pipe Masters. Die erste Runde war gerade zu Ende gegangen, die Wellen teilweise riesig (die Vorhersage sprach von 15-Fuß-Faces) und im ersten Heat der zweiten Runde sollten Filipe Toledo und Bruce Irons zusammentreffen. Für Filipe ging es um viel. Er könnte den Weltmeistertitel holen, wenn er in Pipe gut abschneidet. Würde er aber in Runde 2 ausscheiden, wäre der Traum vorbei. Nun muss man wissen, dass Filipe in kleinen Wellen dank seiner Airs als fast unschlagbar gilt. Große Wellen scheinen ihm aber nicht so zu liegen. Zumindest wird das behauptet, seitdem er dieses Jahr in Teahupoo auf Tahiti in einem Heat keine einzige Welle surfte. Sein Gegener, Bruce Irons, der mit einer Wildcard im Contest war, ist dafür bekannt, vor nichts Angst zu haben und selbst in die unmöglichsten Close Outs zu ziehen. Bruce war daher der Favorit und auch schon im Lineup, als der Heat starten sollte. Doch Filipe tauchte nicht auf, er kam einfach nicht, der Heat startete nicht, und der Contest wurde für den Tag beendet. Am nächsten Tag sah Pipe dann wesentlich friedlicher aus, Filipe bezwang Bruce und ist weiter im Rennen um den Titel. Wohlgemerkt handelt es sich bei der Geschichte um ein Gerücht und völlig unklar ist uns auch, warum Filipe nicht disqualifiziert wurde.

Nat Young bekommt von Pipeline gezeigt, wer der Stärkere ist.
Nat Young bekommt von Pipeline gezeigt, wer der Stärkere ist

Und nun zu etwas völlig anderem,…
weit weg von Hawaii. Denn auf La Réunion darf wieder gesurft werden. Nach einigen Haiangriffen war Wassersport dort ja quasi verboten worden. 30 Monate dauerte dieser Zustand an. Doch jetzt wurden an einem Strand, genauer in Boucan Canot, Netze im Wasser installiert und man darf wieder schwimmen und surfen. Zumindest im Bereich des 700 Meter langen Netzes. Insgesamt ist eine Wasserfläche gesichert worden, die 67 Schwimmbecken von olympischen Ausmaßen entspricht.