Fundstück der Woche

Diese Woche haben wir eine Welle gefunden. Allerdings keine normale Welle, sondern eine verdammt teure. Zumindest, wenn du sie reiten willst. Denn an diesen Spot kommt keiner, der nicht tief in die Tasche greift.

Was ist das für eine Welle?

Sie heißt Occy’s Left zu Ehren von Surflegende Mark Occhilupo, der in einem Surfvideo der 90er mit seiner Action an diesem Spot nachhaltigen Eindruck hinterließ. Ein anderer Name für denselben Spot lautet Nihiwatu. Im Prinzip ist es ein indonesischer Reefbreak, der mit viel Power und Speed bei absoluter Perfektion über das Riff rollt. Wenn es groß wird, hat die Welle soviel Power, dass nur die Besten Surfer mit ihr fertig werden. Vor allem die Endsection ist schnell, seicht und verzeiht keine Fehler. Bei schulter- bis kopfhohen Wellen ist Occy’s Left aber viel zahmer und zugänglicher.

Das Video ist schon etwas älter (daher auch recht langsam geschnitten). Aber man bekommt einen guten Eindruck von dem Spot.

 

Wo ist der Spot?

An der Westküste der indonesischen Insel Sumba – 50 Flugminuten Richtung Osten von Bali entfernt.

Die Welle ist gut, keine Frage. Aber ist sie fast 1.000 Dollar am Tag wert?
Die Welle ist gut, keine Frage. Aber ist sie fast 1.000 Dollar am Tag wert?

Warum muss ich zahlen, wenn ich dort surfen will?

Weil 2001 das Luxusresort Nihiwatu direkt vor dem Spot errichtet wurde, das einen Besitzanspruch auf die Welle erhebt. Wer dort ins Wasser will, muss zahlen und das nicht zu knapp.

Ein kleiner Einblick in den Alltag am Strand von Occy‘ Left.

Der einzige, der hier Geld beim Surfen verdient, ist Surfcoach Marshall Boulton.
Der einzige, der hier Geld beim Surfen verdient, ist Surfcoach Marshall Boulton.

Was kostet der Spaß?

Die Preise für Übernachtungen schwanken natürlich, aber der billigste Tarif für eine Nacht für zwei Personen beläuft sich auf 650 US-Dollar (= 587 Euro). Dazu kommen dann noch 21 Prozent an Steuern und Service Charges. Zusammen also 786 Dollar (= 711 Euro). Wohlgemerkt in der Nebensaison im Winter, die nicht ideal für Surfer ist. Im Sommer werden für denselben Bungalow 1.100 Dollar verlangt (ohne Steuern).

Ach ja, wenn man doch reich wäre, so richtig reich, dann...
Ach ja, wenn man doch reich wäre, so richtig reich, dann…

Das ist aber noch nicht alles, denn Surfen kostet extra. 100 Dollar am Tag, um genau zu sein. Außerdem muss man sich anmelden und hoffen, dass ein Platz frei ist. Denn pro Tag werden nur 10 Surfer in den Lineup von Occy’s Left gelassen, damit es nicht zu voll wird.

Wenn wir mal annehmen, dass du zur Übergangssaison (eine Übernachtung für 900 Dollar) Anfang Juni für eine Woche Occy’s Left ausprobieren willst und du deiner Freundin (bzw. deinem Freund) das Zimmer zahlst, dann kostet das 8.323 Dollar (=7.531 Euro). Ach, die Flüge kommen noch dazu.