Selbstoptimierung ist das Wort der Stunde. Jeder will kerngesund, durchtrainiert, Weltmeister im Schach und Boxen sein. Klingt ja auch toll, wenn da nicht der innere Schweinehund wäre, den es zu überwinden gilt. Wir verraten dir, wie das geht.


Teil 5: Richtig surfen statt nur im Meer zu treiben

Denn sein Training zu optimieren, besser zu essen oder den perfekten Schlaf zu suchen, ist ja schön und gut. Aber eigentlich ist das alles doch nur Mittel zum Zweck und der heißt: besser surfen. Daher widmen wir uns heute dem Kern aller Dinge und bringen unsere Performance im Wasser auf das nächste Level.

Bevor es losgeht:

Der Kalifornier Chris Gallagher Stone surfte früher selbst auf der Worldtour, heute shapt er Surfboards, aber dazwischen coachte er Profis wie Taylor Knox, Josh Kerr, die Hobgoods und die Gudauskas-Brüder. Er scheint also zu wissen, worum es bei gutem Surfen geht.

„Flexibel zu sein, wird total unterschätzt“, sagt Chris. „Viele stehen zu steif und zu aufrecht auf dem Board und der Grund dafür ist, dass sie nicht beweglich genug sind, eine tiefere Position (mit einem geraden Rücken) einzunehmen.“ Die Lösung für das Problem lautet, an der eigenen Beweglichkeit zu arbeiten, vor allem in der Hüfte, den Beinen und dem unteren Rücken. „Denn eine tiefe Körperposition ist gleichbedeutend mit mehr Power und Kontrolle.“

Gebeugt in Hüfte und in den Knien, aber nicht im Rücken - so sollte es sein.
Gebeugt in Hüfte und in den Knien, aber nicht im Rücken – so sollte es sein.

Am Strand:

„Kein wirklich guter Surfer paddelt einfach in den Lineup“, meint Chris. Vielmehr nehmen sich erfahrene Surfer die Zeit, die Wellen zu beobachten, und suchen sich einen Peak aus. Dann stellen sie sich am Strand direkt vor diesem Punkt auf, drehen sich um und merken sich einen leicht zu erkennenden Punkt an Land. Einmal im Wasser finden sie so leicht die perfekte Position für ihren Peak. „Wer es nachmacht, wird überrascht sein, wie viele Wellen plötzlich zu ihm kommen.“

Immer genau da sein, wo die Wellen brechen.
Immer genau da sein, wo die Wellen brechen.

Im Wasser:

„Über-frothing“ kann ein Problem sein. Wenn du nach langer Zeit endlich wieder ins Wasser kommst, kannst du leicht so übermotiviert und aufregt sein, dass du ganz hektisch wirst. Als Folge stehst du dir selbst im Weg und produzierst einen Wipeout nach dem anderen. „Atmet ruhig und langsam beim Rauspaddeln“, rät Chris. „Lasst die Spannung von euch abfallen und beginnt die Session ganz locker mit einem Down-the-Line-Ritt. So kommt ihr in einen guten Rhythmus und könnt euch von Welle zu Welle steigern.“

Die Kunst ist selbst bei so einem Anblick ruhig zu bleiben.
Die Kunst ist, selbst bei so einem Anblick ruhig zu bleiben.

Auf der Welle:

Die Tipps zum tatsächlichen Reiten auf der Welle, hängen natürlich extrem vom eigenen Können ab. Wer zum Beispiel alle Basics locker beherrscht und nun an seiner Performance auf dem Face der Welle arbeitet, sollte laut Chris auf seinen Stance achten. „Viele stehen zu sehr auf ihrem vorderen Fuß. Ideal wäre eine Gewichtsverteilung von 55 Prozent auf dem vorderen und 45 Prozent auf dem hinteren Fuß.“ Wer ein Shortboard surft, könnte auch darauf achten, wo genau er seinen hinteren Fuß platziert. „Viele stehen zu weit vorne. Der magische Punkt ist meist ein klein wenig vor der Mittelfinne bei einem Thruster (also fast direkt über der Finne, nur eben ein kleines bisschen davor).“ Das dürfte vielen Surfern als ziemlich weit hinten erscheinen.

Der hintere Fuß ist perfekt positioniert.
Der hintere Fuß ist perfekt positioniert.

Ansonsten:

„Wenn du auf deinem Board sitzt und das Wasser reicht dir bis zur Brust, dann ist dein Board zu klein“, sagt Chris. „Suche dir ein Board, das es dir leicht macht, Wellen zu bekommen.“ Denn ohne Wellen zu reiten, macht Surfen eben nur halb soviel Spaß. In Sachen Boards meint übrigens auch Worldtour-Pro und Superstar Julian Wilson, dass das falsche Equipment gehörig den Spaß verderben kann. „Besser zu werden, hat eine Menge mit Spaß zu tun. Und High-Performance-Shortboards funktionieren eben in hüfthohen Wellen nicht gut und machen auch keinen Spaß. Auf einem Fish könntest du dagegen die Session des Tages haben“, weiß Julian aus Erfahrung.

Man kann es natürlich mit dem Motto "Für jegliche Bedingungen das perfekt Board" auch ein wenig übertreiben.
Man kann es natürlich mit dem Motto „Für jegliche Bedingungen das perfekte Board“ auch ein wenig übertreiben.

Und hier geht’s zu Teil 1, 2 und 3 unserer Pimp-up-your-Life-Serie:

Teil 1: Besser trainieren

Teil 2: Besser schlafen

Teil 3: Besser essen

Teil 4: Besser arbeiten