Pipe as good as it gets

4 Gründe, warum der Volcom Pipe Pro vielleicht die beste Surfshow des Jahres war.

1. Huey hatte Lust auf eine richtige Surfshow…
und lieferte dafür Wellen der Extraklasse. 8 bis 12 Fuß maßen die Sets und hatten damit genau die perfekte Größe. Bei den mächtigsten Sets konnte man erkennen, was passiert, wenn der Swell noch größer gewesen wäre. Dann fingen nämlich die Wellen weit draußen vor dem Lineup, über dem 3rd Reef, an zu brechen und rollten als Weißwasserwalze auf das echte Pipe-Riff zu. Diese Wellen war zwar groß, aber auch flach und warfen keine Tube oder nur selten in der letzten Section. Mit dem Swell in Idealgröße bauten sich die Faces aber als steile Peaks auf, bevor sie eine riesige Röhre formten – mehr Show kann Pipe einfach nicht bieten. Selbst Kelly Slater sagte: „Wenn ich als Kind von Pipeline träumte, dann sah ich solche Wellen wie heute vor mir.“

Kelly Slater und eine Pipe-Welle, wie sie nicht perfekter erschaffen werden könnte.
Kelly Slater und eine Pipe-Welle, wie sie nicht perfekter erschaffen werden könnte.

2. Drama, Baby, Drama…
Was Northshore-Local Makai Mcnamara da alles in diesem Contest durchmachen musste: Da war das Halbfinale, in dem der Hawaiianer sich einen Dropin leistete und dafür eine Interference als Strafe bekam. Makai war also fast chancenlos, noch ins Finale zu kommen. Aber eben nur fast. Denn im nächsten Moment paddelte er vielleicht die Bombe des Tage an, droppte in eine wahre Freaktube und holte sich eine perfekte 10 und gewann den Heat gegen jede Wahrscheinlichkeit. Als nächstes köpfte er dann im Finale aus einer 12-Fuß-Setwelle und überlebte auch das unbeschadet. Mehr Show geht nicht.

3. Das Comeback eines…
alten Helden: Bruce Irons sorgte mit (fast) jeder Welle für sprachlose Schnappatmung bei den Zuschauermengen am Strand. Lange hatten wir nicht mehr viel von Bruce gehört, und seine Auftritte bei Contests verkamen auch immer mehr zur Nebensache. Aber dann kam sein Heat in Runde 3: 40 Sekunden waren noch auf der Uhr, Bruce lag an dritter Stelle und war damit so gut wie ausgeschieden. Da baute sich eine Backdoor-Welle vor ihm auf, Bruce paddelte und stand aufrecht auf seinem Board, während er durch die längste Barrel des Tages jagte. 9.4 Punkte und Platz 1 im Heat folgten. Und das war nur der Start zu einer Surfshow, die erst im Finale enden sollte. „Bruce sah zum ersten Mal seit Jahren wieder wie Bruce aus“, kommentierte das WSL-Team danach auch seine Show.

Bruce Irons mitten in seinem Comeback.
Bruce Irons während seines Comebacks.

4. Ein Finale wie…
von einem Drehbuchautor arrangiert: Kelly Slater, der ewige König des Sports, der seit den 90ern an der Weltspitze surft und jetzt mit fast 44 Jahren (er hat nächste Woche Geburtstag) immer noch alle anderen dominiert (wenn er einen guten Tag hat). Jamie O’Brien, der absolute Showman des Surfens, dessen Aktionen heute immer öfter eher nach Jackass als nach Wellenreiten aussehen, der aber Pipe wie seine Westentasche kennt und dort beim Freesurfen durch die krassesten Wellen überhaupt erst bekannt wurde. Bruce Irons, der ein Comeback hinlegte, das ihn zum Favoriten aller Zuschauer machte. Und Makai McNamara, der den Kampf der Generationen im Finale vertrat. Denn der 20-Jährige Hawaiianer war noch nicht einmal geboren, als Kelly das erste Mal die Pipe Masters gewann. Außerdem hat Kelly 1992 in Pipe auch schon gegen Makais Vater, Liam Mcnamara, gesurft. Am Ende war es dann Kelly, der allen die Show stahl. Vielleicht der Auftakt zu einem weiteren Weltmeistertitel am Ende des Jahres? Wir werden sehen.

Die Jungs aus dem Finale von links nach rechts: Kelly Slater, Bruce Irons, Makai NacNamarra und Jamie O'Briens Vater (der vertritt Jamie, der das Foto schießt - warum sie das nicht umgekehrt gemacht haben, wissen wird nicht).
Die Jungs aus dem Finale von links nach rechts: Kelly Slater, Bruce Irons, Makai NcNamarra und Jamie O’Briens Vater (der vertritt Jamie, der das Foto schießt – warum sie das nicht umgekehrt gemacht haben, wissen wir nicht).