Morgen kommt die Neuauflage von Point Break in die deutschen Kinos. Nein, wir können jetzt nicht sagen, ob euch der Film gefallen wird oder nicht. Eigentlich steht das ja auch schon fest: Stehst du auf alles, was irgendwie retro ist und nennen dich deine Freunde einen „Hipster“, dann wirst du den Film hassen (das Original liebst du dafür). Nennst du dagegen eine ganze Kollektion an Go-Pros dein Eigen und ziehst dir auf YouTube einen Actionclip nach dem anderen rein, wirst du ihn lieben (beim Original bist du dagegen eingeschlafen). Wie euch der Streifen gefällt, können wir also nicht ändern, aber wir können euch mit soviel Hintergrundwissen zu den Surfszenen ausstatten, dass ihre eure Kumpels nach dem Film am Tresen sicher zwei Runden lang unterhalten könnt.

Alles ist echt!
„Niemand wird glauben, dass alle Stunts echt sind“, meinte einer der Stuntkoordinatoren vor dem Filmstart. „Alles ist so groß und verrückt, dass jeder sofort an Special Effects und digitale Filmtricks denken wird. Aber alles, was du auf der Leinwand siehst, ist echt.“ Für die Surfszenen wurden daher unter anderem auch die Big-Wave-Surfer Ian Walsh und Makua Rothman für die Dreharbeiten in Jaws sowie die Tube-Spezialisten Bruce Irons und Dylan Logbottom für die Teahupoo-Szenen verpflichtet.

Ein Trailer, der speziell auf die Surfszenen zugeschnitten wurde.

Es gab ein Nahtoderlebnis!
Laurie Towner, Hardcore-Surfer aus Australien, war in Teahupoo als Stuntdouble für „Agent Johnny Utah“ im Einsatz. Eine Session, die kein gutes Ende nahm und an die sich Lauri folgendermaßen erinnert: „Wir waren am Tow-Surfen, und als ich auf meiner dritten Welle gerade die Leine losließ, machte ich den entscheidenden Fehler. Ich sah, dass es eine Welle war, die mehr aus westlicher Richtung kam. Die machen oft zu oder sind zumindest verdammt schnell. Ich hätte eigentlich rauskicken sollen, aber ich blieb auf der Welle. Im nächsten Moment krachte ich auch schon Kopf voraus auf das Riff und muss wohl das Bewusstsein verloren haben. Denn im nächsten Moment, an den ich mich erinnern kann, treibe ich im ruhigen Wasser der Lagune und schnappe nach Luft. Anscheinend kam hinter meiner Welle noch eine größere, und niemand sah mich zwischen den beiden Wellen auftauchen. Möglich also, dass ich einen Two-Wave-Holddown hatte. Vom Riffkontakt blieb ein gebrochener Kiefer, ein paar Stiche in meiner Lippe, ein Schleudertrauma und ein paar kleinere Stichwunden, die von hinten durch meinen Nacken bis in meinen Rachen reichten. Anscheinend hatte ich auch Glück, dass dabei keine Arterie verletzt wurde.“

Sie waren immer zu richtigen Zeit am richtigen Ort.
Der Grund für das perfekte Timing hat allerdings einen Namen und zwar: Laird Hamilton. Die Filmfirma hatte den Tow-In-Pionier als Filmkoordinator für die Surfszenen engagiert und bekam so seinen jahrzehntelange Erfahrungsschatz gleich mitgeliefert. „Denn große Swells gibt es nicht jeden Tag“, weiß Laird nur zu genau. „Wenn heute 20-Fuß-Sets brechen, kann es morgen schon absolut flat sein. Aber ich wusste, dass es in den letzten 30 Jahren auf Hawaii im Januar wirklich immer mindestens einen 20-Fuß-Swell gab. Es war also ziemlich sicher, dass wir scoren würden, wenn wir im Januar vor Jaws unsere Zelte aufschlagen. Fast genauso sicher war es, im August auf Wellen in Teahupoo zu warten. Noch besser wäre es nur gewesen, wenn wir tatsächlich einen 100-Fuß-Swell für den Film bekommen hätten.“

Laird Hamilton bei der Arbeit.
Laird Hamilton bei der Arbeit.

Es waren ein paar der größten Wellen des Jahres.
Tatsächlich wurden Ian Walshs Ritte beim Filmdreh 2014 in Jaws auch für die XXL-Awards nominiert. „Es war sicher der größte Swell seit vier oder fünf Jahren“, erinnert sich Ian. „Und ich war auch solange nicht mehr auf einem Tow-Board gestanden. Das Equipment war schon vollkommen verstaubt.“ Wegen der Handlung des Films surfte Ian auch in einem langen Wetsuit in Jaws, was dort ja bei tropischen Wassertemperaturen eher ungewöhnlich ist.

 

Man schreckte auch vor Lügen nicht zurück.
Wenn ein guter Swell auf Teahupoo zurollt, weiß das die gesamte Surfwelt, und der Lineup ist dementsprechend voll. Schlechte Vorraussetzungen für einen Filmdreh, bei dem nur die Akteure im Bild sein sollen. Also buchte die Filmgesellschaft einfach Teahupoo für einen Tag und untersagte allen Surfern den Zutritt zur Welle – länger sollten die Dreharbeiten nicht dauern. Klingt gut, oder? Leider kann man Teahupoo aber nicht buchen. Die Filmer blieben trotzdem bei ihrer Geschichte und verschickten Pressemitteilungen mit der Ankündigung, dass niemand in Teahupoo surfen dürfte. Eine dreiste Lüge! Aber die Surfwelt fiel darauf rein und bis auf ein paar Locals war niemand mit der Filmcrew im Lineup.

Und hier noch der ganze Trailer.