Fundstück der Woche

Noch vier Tage, dann ist der Swell von seinem Entstehungsort (vor der Pfeilspitze) bis nach Mexiko gewandert.

Diese Woche haben wir einen Sturm tief im Süden des Pazifiks gefunden. Aber nicht irgendeinen Sturm, sondern einen, der Geschichte schreiben könnte und zwar schon am kommenden Freitag.

Wo stürmt der Sturm?

Heute befindet sich der Kern des Sturmtiefs westlich vom Kap Hoorn im Südpazifik und hat gestern den Ozean noch mit Windspitzen von fast 100 Stundenkilometern aufgewühlt. Als Folge entstanden Brecher von bis zu 45 Fuß, die jetzt Richtung Süd- und vor allem Mittelamerika wandern.

Noch vier Tage, dann ist der Swell von seinem Entstehungsort (vor der Pfeilspitze) bis nach Mexiko gewandert.
Noch vier Tage, dann ist der Swell von seinem Entstehungsort (vor der Pfeilspitze) bis nach Mexiko gewandert.

Wo wird er Swell am heftigsten zuschlagen?

In Mexiko oder genauer in Puerto Escondido, wo am Freitag, dem 24. Juni, der Peak des Swells eintreffen wird. Keine Frage, dass sich der heftige Beachbreak von Puerto Escondido dann in eine XXL-Barrelmaschine verwandeln wird. Möglicherweise werden wir Wellen sehen, die sogar neue Rekordmarken setzen könnten.

Echt, es wird Rekorde geben?

Möglicherweise. Denn im letzten Jahr, am 3. Mai, paddelte Big-Wave-Charger und Dangermaniak Mark Healey in Puerto eine Welle an, die zu den größten je aus eigener Kraft angepaddelten Wellen zählt. Doch der Swell, der am Freitag in Puerto Escondido eintrifft, könnte noch größer sein als der XXL-Swell von 2015.

Mark Healey am 3. Mai 2015. Was werden wir am 24. Juni 2016 von ihm zu sehen bekommen?
Mark Healey am 3. Mai 2015. Was werden wir am 24. Juni 2016 von ihm zu sehen bekommen?

Wie viel größer wird es werden?

Das ist die Frage, die heute niemand genau beantworten kann. Aber der Vergleich der Kennzahlen beider Swells lässt auf Großes hoffen.

Mai 2015: 8.5 Fuß bei einer Wellenperiode von 19 Sekunden

Juni 2016: 10 Fuß bei einer Wellenperiode von 19 Sekunden

Die nackten Zahlen versprechen also ganz klar größere Wellen. Aber es gibt auch Faktoren, die dagegen sprechen. So ist laut den Vorhersage-Koryphäen von Magicseaweed die Swellrichtung einen Tick westlicher, was in Puerto zum Problem werden könnte. Und die Zahlen täuschen, denn die Sturmzelle von 2015 war ein viel kompakteres Gebilde, das einen Swell mit viel mehr Power zum Leben erwecken konnte. Jetzt ist das Tief weiter auseinander gezogen und nicht so klar definiert. Als Folge könnten die eintreffenden Wellen kleiner sein als die Zahlen versprechen.

Mark Healeys Ritt im Video.

Dann gibt es doch keine Rekordwellen?

Das ist nicht gesagt. Denn im Mai 2015 wurde nicht gesurft, als der Peak des Swells auf die Küste traf. Als Mark Healey in den gigantischen Brecher paddelte, war der schon wieder kleiner geworden. Wenn am Freitag ein Surfer eines der größten Sets anpaddelt, könnte das leicht dieselben Dimensionen erreichen.

So sah es in Puerto Escondido aus, als 2015 der XXL-Swell eintraf.

Um die Wartezeit bis Freitag zu überbrücken, empfehlen wir Aritz Aranburus Video von seinem Trip zum Megaswell nach Puerto Escondido im letzten Jahr. Oder den Versuch, mit einem Foamboard in Puerto Escondido zu surfen, obwohl die Lifeguards nur knapp meinten: „Lebensmüde!“