Die Outline ist das Erste, was dir an einem Surfboard auffällt. Sie definiert die Boardform. Also, ob es sich um ein klassisches Shortboard, ein Hybrid, ein Fish, Minimalibu oder Log handelt. Doch was bewirkt eine unterschiedliche Outline beim Surfen?


Drei Teile

Um die Funktion der Outline besser zu verstehen, teilen wir ein Surfboard in drei Teile ein: Nose, Mitte und Tail. Denn jeder dieser Bereiche erfüllt eine andere Funktion. Fangen wir von hinten an.

1. Das Tail

Die Outline am Tail, also etwa im hintersten Drittel eines Boards, hat einen gewaltigen Einfluss auf Takeoff und Verhalten des Boards auf der Welle. Ist das Tail breit, sorgt es für enorm viel Auftrieb am Boardende. Dadurch beschleunigt ein Board schneller, wenn du in eine Welle paddelst und erlaubt so einen früheren Takeoff. Wenn die Wellen aber groß und kräftig werden, hat ein breites Tail auch Nachteile. Dann kann das Tail nämlich zu viel Auftrieb generieren. Als Folge schwimmt das Board zu sehr auf und lässt dich jede Unebenheit spüren. Außerdem benötigst du viel Kraft, um dein Board noch sauber auf ein Rail zu legen. Schmalere Tails sinken dagegen stärker ein, was zu mehr Kontrolle führt. Daher haben Guns auch immer eine extrem schmale Outline am Tail.

Surfboarddesign_Outline2. Die Mitte

Das mittlere Drittel eines Surfboards ist gewöhnlich die breiteste Stelle des Boards. Grundsätzlich gilt: Je breiter ein Board, desto mehr Auftrieb hat es, desto stabiler fühlt es sich an und desto leichter ist es zu paddeln. Allerdings liegt die breiteste Stelle eines Boards selten genau in dessen Mitte. Denn wo genau sich der breiteste Teil befindet, hat große Auswirkungen. Ist der breiteste Punkt nach vorne, Richtung Nose, verschoben, taucht während eines Turns ein größerer Anteil des Rails ins Wasser ein. Das führt dazu, dass Turns eher langgezogen werden, der „Drive“ dabei aber erhalten bleibt. Wird der breiteste Punkt der Outline aber nach hinten verschoben, Richtung Tail, resultiert das in einer stärkeren Krümmung der Outline im hinteren Drittel. Das reduziert den Anteil des Rails, der beim Turn einsinkt. So konzentriert sich die Kraft auf eine viel kleinere Fläche, was zu engeren Turns führt. Verstanden?

3. Die Nose

Eine Outline mit einer breiten Nose haben Single Fins, Funshapes, Fishs, Shortboards für kleine Wellen oder Longboards. Eine Outline mit einer schmalen Nose klassische Shortboards und Guns. An der Nose findet der erste Kontakt des Boards mit dem Wasser statt. Dabei gilt ganz grundsätzlich: Mehr Fläche an der Nose führt zu mehr Auftrieb und früheres Angleiten.

Text: Lars Jacobsen & Heiko Pfisterer (Shaper bei PT Surfboards)

Illus: KOMA Grafik