Backside Barrels sehen in Videos immer spielerisch leicht aus. Beim Selbstversuch merkt man dann schnell, dass es in Realität nicht ganz so kinderleicht ist. Tom Butlers Tipps zum Backside-Barrelriding helfen beim Start.


Schritt 1:
Sei dir sicher, dass die Wellen auch barreln. Zum Anfang tun es auch Closeouts, wenn die Wellen nur hohl genug brechen.

Schritt 2:
Greife direkt nach dem Takeoff das äußere Rail deines Boards mit deiner hinteren Hand und lass deine vordere Hand über das Face der Welle gleiten, so dass du das Wasser unter deinen Fingern spürst. Denn durch das Festhalten des Rails gibst du deinem Board ganz automatisch mehr Halt auf deinem Backside-Rail im Wellenface und bringst es auf die richtige Linie.

Tom Butler in einer lehrbuchhaften Backside Barrel am besten Spot der Küste.
Tom Butler in einer lehrbuchhaften Backside Barrel am besten Spot der Südküste. Achtet darauf, wie er seine Brust nach vorne gedreht und sich mit der rechten Hand im Wellenface „eingeklinkt“ hat.

Schritt 3:
Geschwindigkeitskontrolle mit deiner vorderen Hand: Ziel ist es direkt im Curl, also unter der brechenden Lippe zu bleiben. Wenn du zu schnell wirst, bremst du einfach, indem du deine Hand oder deinen Arm direkt ins Face der Welle steckst und so mehr Widerstand verursachst. Denkst du dagegen, dass du zu langsam bist und die Welle vor dir zumacht, dann ziehe deine Hand so weit zurück, dass du gerade noch die Wasseroberfläche berührst.

Schritt 4:
Ein weiterer Grund, mit deiner vorderen Hand nach dem Wellenface zu „greifen“, ist die Position, die du so ganz automatisch einnimmst. Denn mit einer Hand am Rail und der anderen am Face, bringst du dein Gewicht optimal über das Board und drehst deinen Oberkörper mit der Brust nach vorne zum Ausgang der Tube. Das ist eine enorm stabile Position, in der du kaum aus dem Gleichgewicht kommen kannst.

Schritt 5:
Ein Fehler, der fast allen Tube-Einsteigern passiert, ist am Ende der Tube eine zu hohe oder zu tiefe Linie zu surfen. Beides endet mit einem Waschgang, entweder weil du die Lippe direkt gegen den Kopf bekommst (zu tief) oder weil du mit der Lippe nach vorne geschleudert wirst (zu hoch). Für beide Fälle gibt es eine einfache Lösung: Hast du das Gefühl immer zu hoch auf dem Face zu sein, übst du zuviel Druck auf dein Backside-Rail aus. Als Folge bist du am Ende der Tube höher auf dem Face als nötig. Lass einfach ein wenig locker, und das Problem ist gelöst. Kommst du dagegen immer zu tief auf dem Face, musst du eine Art Minipump machen. Dabei kann schon die kleinste Bewegung genug Momentum bringen, um dich etwas höher im Face zu positionieren, damit auch gleich schneller zu werden und so sauber aus der Tube zu kommen.

Normalerweise jagt Tom Bulter größeren Wellen hinterher, wie hier auf einem Trip in Mexiko.
Normalerweise jagt Tom Butler größeren Wellen hinterher, wie hier auf einem Trip in Mexiko.

Tom Butler:
Der 26-Jährige aus Newquay gehört zu talentiertesten Big-Wave-Surfern Englands, der normalerweise in Wellen weit jenseits unserer Komfortzone unterwegs ist. Dennoch weiß er genauso, wie man selbst aus den kleinsten Barrels wieder zum Vorschein kommt. Wer mehr über seinen Alltag erfahren will, bitte hier clicken.