Letztes Wochenende öffnete Kelly Slater die Pforten zu seinem Wavepool. Fast alles, was sich dort abspielte, war streng geheim. Ein paar Dinge konnten wir aber trotzdem herausfinden.


Ist der Wavepool nur ein Prototyp?

Es könnte sein, denn Kelly selbst schrieb: „Vergesst nicht: Das ist nur die Version 1.0. Kann mir kaum vorstellen, wie die zukünftigen Versionen der Welle aussehen werden.“

Wie fühlt sich die Welle an?

Das hat Carissa Moore verraten: „Der Pool kommt so nah an eine echte Welle heran. Eine Barrel, dann etwas Raum für einen Turn und wieder eine Barrelsection. Für Highperformace-Tricks ist es etwas kompliziert, weil die Welle so steil und schnell ist. Aber wenn sie die ein wenig verändern, wird sie auch für Airs perfekt sein.“

Stephanie Gilmore durfte auch in den Pool.

Wie schnell produziert der Wavepool Wellen?

Können wir nicht genau sagen, aber der Bericht des WSL-Rookies Kanoa Igarashi gibt zumindest ein paar Hinweise darauf: „Ich hatte an dem Tag etwa 30 Wellen, aber ich habe meinen Wetsuit auch um 7.30 Uhr in der Früh angezogen und erst am Abend um 8 Uhr wieder aus. Die Pause zwischen den Wellen dauerte immer zwischen fünf und sieben Minuten. An dem Interval wird aber wohl gearbeitet, so dass es bald mehr Wellen geben wird.“

Wie fühlt sich ein Wipeout an?

Recht heftig, laut Kanoa Igarashi: „Die Welle hat Kraft, sie hält dich unten und spült dich mit, bis das Wasser tiefer wird. Du wirst richtig hergenommen, hast keine Chance, dich vom Boden abzustoßen und kommst dann nach Luft schnappend an die Oberfläche.“

Bodysurfen geht auch.

Wird es einen WSL-Tourstopp für die Worldtour-Surfer in dem Pool geben?

Es sieht zumindest so aus, als ob alles versucht wird, diesen Plan real werden zu lassen. So war etwa Paul Speaker, den man als Chef der WSL-Tour bezeichnen könnte (sein Titel ist CEO), vor Ort und sah sich die Show in dem Pool an. Angeblich haben sie alle Möglichkeiten für einen Wavepool-Contest im nächsten Jahr durchdiskutiert.

Genauso wie Longboarden.

Gibt es auch Kritik an einem Pool-Contest?

Nicht wirklich Kritik, aber Surfpro und Ranglistenerster Matt Wilkinson, der nicht zur Poolsession eingeladen war, machte ein paar interessante Anmerkungen: „Wenn nur alle sieben Minuten eine Welle kommt, könnte das für die Zuschauer ein wenig langweilig werden, und die Heats würden auch recht lange dauern. Außerdem dürfte es nicht nur einen Lefthander geben, sondern einen Peak, der in zwei Richtungen gesurft werden kann.“

Ist die Welle leicht zu surfen?

Der US-Pro Nat Young, der im Pool die längste Barrel seines Lebens erlebte, meinte dazu: „Die Welle ist so verdammt schnell. Das macht es „tricky“, und ein durchschnittlicher Surfer würde sich sicher schwer tun.“

Auch Kanoas Meinung klingt ähnlich: „Es gibt einige Sections, in denen die Welle mit unterschiedlichem Tempo bricht. Deshalb bist du die ganze Zeit damit beschäftigt, entweder Speed zu machen oder abzubremsen.“

Nat Young länger in der Barrel, als je zuvor in seinem Leben.

Prime-Fazit: Kellys Welle ist perfekt, um 30, 40 oder 45 Sekunden in der Tube zu bleiben. 2017 werden wir einen Worldtour-Contest in einem neuen Pool sehen und dann wird die Welle etwas langsamer laufen, um mehr unterschiedliche Sections für Airs und Turns zu bieten – wobei Josh Kerr auch in der jetzigen Version Airs konnte.

Und nochmals Kelly persönlich in seiner eigenen Kreation.

Wie die Welle funktioniert, steht hier. Und hier, wo der Wavepool eigentlich liegt. Und wer wissen will, wie sich der Snowdonia Wavepool in Wales im Vergleich zu Kellys Welle anfühlt, den könnte dieses Interview interessieren.