Was bei den Big Wave Awards wichtig war und was nicht

Samstagnacht wurden in Kalifornien im Grove Theater in Anaheim die alljährlichen Big Wave Awards verliehen. Meist eine Veranstaltung ohne große Wow-Effekte, weil alle nominierten Ritten vorher schon bekannt sind. Zwei Dinge sind uns dennoch aufgefallen.


Highlight Nummer 1:

Keala Kennelly rockt. Die furchtlose Tubejägerin hat nämlich als erste Frau in der Geschichte der Big Wave Awards eine Kategorie gewonnen (natürlich abgesehen vom Women’s Best Overall Performance Award, der ja immer den Frauen vorbehalten war). So wurde Kealas Tuberitt vom letzten Juni in Teahupoo zum besten des Jahres gewählt. Wir sagen: Die Bilder sprechen für sich. Ach ja, nebenbei hat sich Keala auch noch geoutet – wobei ihre Beziehung vorher auch wirklich alles andere als geheim war. Auf jeden Fall sagte sie auf der Bühne: “Behind every great woman there is another great woman.” Und sie erklärte, wie sie es im Surfen so weit gebracht hat: „Als kleines Kind sagte man mir, dass ich nicht surfen kann, weil ich ein Mädchen bin. Also wollte ich das Gegenteil beweisen. Dann hieß es, dass Mädchen keine großen Wellen surfen können, dass sie nicht Teahupoo surfen können, und immer wollte ich das Gegenteil beweisen. Daher danke an alle, die sagten, dass ich etwas nicht kann.“

Keala in einer Tube, wie sie nur wenige Menschen von Innen zu sehen bekommen. Und das, obwohl Mädchen so etwas eigentlich nicht können.
Keala in einer Tube, wie sie nur wenige Menschen von innen zu sehen bekommen. Und das, obwohl Mädchen so etwas eigentlich nicht können.
Noch einmal die Welle von Keala aus einer anderen Perspektive. Könnt ihr euch vorstellen, was passiert, wenn man von so einer Lippe getroffen wird? Wir nicht.
Noch einmal die Welle von Keala aus einer anderen Perspektive. Könnt ihr euch vorstellen, was passiert, wenn man von so einer Lippe getroffen wird? Wir nicht.
Wie gesagt: Keala rockt!
Wie gesagt: Keala rockt!

Highlight Nummer 2:

Shane Dorian denkt mit 43 langsam an die Rente. Der Hawaiianer holte nämlich den Ride of the Year Award und merkte dann an, dass der Winter nicht leicht für ihn war. „Als ein guter Megaswell nach dem anderen anrollte und das einfach kein Ende nehmen wollte, merkte ich, wie es immer schwerer wurde, ständig unterwegs und fort von Zuhause zu sein.“ Und Shane erzählte auch, wie er sich sein Ende als Big-Wave-Surfer vorstellt: „Brock Little (der kürzlich verstorbene Big-Wave-Surfer mit Legendenstatus auf Hawaii) erklärte mir einmal, was ihm passierte und was wohl jedem Big-Wave-Surfer eines Tages passiert. Brock paddelte an einem 18-Fuß-Tag in Waimea Bay in den Lineup und merkte plötzlich, dass er keine Welle bekommen wollte. Ja, er wollte gar nichts mehr mit diesen Wellen zu tun haben. Da wusste er, dass Big-Wave-Surfen für ihn vorbei war. Dieser Tag wird auch für mich kommen, und ich werde mich nicht dagegen wehren.“

Shane ist 60.000 Dollar reicher.
Shane ist 60.000 Dollar reicher.


Und der Ritt, der ihm den Scheck einbrachte.

Der Rest im News-Ticker:

Den Biggest Paddle Award holte Aaron Gold mit einem Ritt, der wohl wirklich die Grenzen sprengte. Alles, was wir über diese Welle wissen, steht hier.

Aaron Gold auf der Welle, die mache als den größten Berg aus Wasser bezeichnen, der je angepaddelt wurde.
Aaron Gold auf der Welle, die manche als den größten Berg aus Wasser bezeichnen, der je angepaddelt wurde.

Den Wipeout Award bekam Niccolo Porcella für einen Waschgang, der ihn ohne Probleme auch direkt ins Jenseits befördern hätte können.


Dieser Waschgang wurde jetzt mit 3.000 Dollar belohnt.

Den Biggest Wave Award holte Yuri Soledade mit einem Tow-In-Ritt.

Die größte gesurfte Welle des Jahres in Bild...
Die größte gesurfte Welle des Jahres auf Bild…

… und Video.

Wer wissen will, welche der nominierten Ritte uns am besten gefallen haben und ob wir mit unserer Auswahl richtig lagen, kann hier unsere Top 10 anschauen.