Der Worldtour-Zirkus zieht nach Margaret River an der Westküste Australiens weiter, wo die Wellen rau bis gefährlich sind und Haie angeblich dein ständiger Begleiter. Ein Ausblick, was uns der Drug Aware Pro bringen wird.


Wo wird gesurft? Die Spots!

Margarets aka Surfers Point

Der Hauptspot des Contests läuft fast immer. Im Prinzip ein A-Frame, der lange Walls als Right- und Lefthander produziert. Immer wieder gibt es Kritik an dem Spot, da die Wellen nicht außergewöhnlich gut sind – eher durchschnittlich im Vergleich zu Spots wie Pipeline oder Snapper aus Sicht der Pros. Aber ein Spot, an dem die raue Kraft des Ozeans zu spüren ist, wenn 10 Fuß-Walls über das Riff laufen. Die meisten Heats werden sicher hier abgehalten werden.

Margarets as good as it gets.
Margarets as good as it gets.

The Box

Eine Slab, die ihre mächtige Lippe direkt nach dem steilen Takeoff so weit nach vorne wirft, dass Stand-Up-Tubes die Regel sind. Ein kurzer, aber extrem intensiver Ritt, bei dem Fehler oft schmerzhaft enden. Denn der Spot trägt seinen Namen nur aus einem Grund: Wenn eine Welle bricht, wird so viel Wasser von dem Riff gesaugt, dass das Face hollower als hollow wird. Kurz: Es ist nicht mehr rund, sondern eckig. Wenn Heats in The Box gesurft werden, ist eine packende Show garantiert. Leider muss der Swell relativ groß sein, damit The Box erwacht, dazu aus genau der richtigen Richtung kommen, und dann ist das Zeitfenster rund um Hightide so kurz, dass nur wenige Heats gesurft werden können. Wenn es aber klappt (so wie letztes Jahr) treffen die weltbesten Surfer auf die einzige Slab der gesamten Worldtour. Dass The Box heimtückisch sein kann, zeigte sich erst gestern wieder, als ein Surfer direkt ins Krankenhaus gebracht werden musste. Danach gab es viele Gerüchte über eine fiese Verletzung und einen Pro, den es erwischt haben soll. Am Ende stellten sich die Gerüchte zur Hälfte als wahr heraus: Es war eine fiese Verletzung (gebrochener Wirbel), aber kein Pro, sondern ein Bodyboarder.

Kelly Slater nimmt uns mit in The Box.

North Point

Brandneu als neuer Ausweichspot ins Programm aufgenommen, ist North Point wohl die beste der drei Wellen: Ein Righthander, der wirklich jedem Surfer die Tube seines Lebens schenken kann – so groß und mächtig, dass tatsächlich ein Van darin Platz finden könnte (wenn der Swell nur groß genug ist). Leider ist der Spot aber recht unbeständig und braucht genau die richtige Swellhöhe sowie -richtung. Daher gab es auch schon kritische Stimmen, die meinten, dass alles Gerede um North Point nur heiße Luft ist. Anscheinend lief der Spot während des gesamten Contests vor einem Jahr auch nur einen halben Tag lang. Selbst Kelly Slater ließ verlauten, dass er nicht an Heats in North Point glaubt: „Hype it up, Man, aber wir werden trotzdem 20 Heats in Margarets surfen.“ Richtig epische Bedingungen gibt es in North Point wohl wirklich nur zehnmal im Jahr.

Taj Burrow zeigt uns North Point.

Wann welcher Spot laufen könnte, steht auf der nächsten Seite.