Einer deiner Coaches stand ja heute mit am Strand. Allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass er dir auf dem Level, auf dem du surfst, noch viel beibringen kann…

Ja doch, schon. Wir setzen uns jedes Mal Ziele, die wir erreichen wollen. Und wenn man sie dann erreicht, ist das echt ein Unterschied zu dem Surflevel, auf dem ich vorher war. Gerade in Sachen Technik und Contestsurfen. Ich kann die Verbesserungen jeden Tag sehen. Es haben sich Dinge in mein Surfen eingeschlichen, die ich seit zehn Jahren mit mir herumschleppe und immer noch nicht verbessert bekomme. Bei den Airs zum Beispiel ist es oft die Körperrotation, bei den Takeoffs flattere ich manchmal zu sehr mit den Armen und beim Contestsurfen muss ich darauf achten, alle Wellen immer bis zum Ende zu surfen und nicht vorher schon umzufallen, solche Sachen. Man kann sich immer verbessern. Gott sei Dank ist das so!

Videoanalyse nach der Session. Wo flattern die Arme, wo kann man mehr Speed rausholen? Kurz nach der Analyse geht es zurück ins Wasser, um weiter an der Perfektion zu feilen.
Videoanalyse nach der Session. Wo flattern die Arme, wo kann man mehr Speed rausholen? Kurz nach der Analyse geht es zurück ins Wasser, um weiter an der Perfektion zu feilen.

Wenn du drei technische Trainer hast, wer macht denn da was?

Sie arbeiten alle zusammen. Es ist quasi als wäre es nur eine Person. Alle arbeiten für das gleiche Ziel!

Was ist momentan dein größter Schwachpunkt?

Das sind kleine Wellen. Richtig kleine Wellen und das auch noch Frontside. Und Airs sicher zu stehen.

Auch an Land wird fleißig trainiert. Seine Trainer verstehen da keinen Spaß!
Auch an Land wird fleißig trainiert. Seine Trainer verstehen da keinen Spaß!

Du bist Mitte 20. Wann sehen wir dich auf der WSL-Worldtour?

Keine Ahnung, ich bin sehr konzentriert und gut vorbereitet. Es kann jederzeit passieren und ich denke auch, dass es passieren wird. Man weiß nur nicht, wann.

Hast du für 2016 geplant etwas anders zu machen, gerade in Hinsicht
auf deine QS-Resultate von 2015?

Der Plan ist weiterhin viele Contests zu surfen, aber auch
freesurfen und den großen Wellen hinterher reisen. Ich hoffe zum Beispiel auf einen „Code Red“ in Teahupoo. Im Großen und Ganzen werde ich aber noch mehr daran setzen, mich zu qualifizieren. Ich muss einfach eine gute Balance zwischen Free- und Contestsurfen finden. (Aktuell im Oktober 2016 liegt Nic auf Platz 126 der WQS-Rangliste und wird sich sicher nicht für die Worldtour 2017 qualifizieren.)

Den Spaß an der Sache verliert Nic trotz des hohen Pensums aber nie!
Den Spaß an der Sache verliert Nic trotz des hohen Pensums aber nie!

Spürst du vielleicht mehr Druck, weil du so ein großes Team um dich herum hast?

Nein, ganz im Gegenteil. Ich sehe das als etwas sehr Positives , denn ich mache mir viel mehr Druck, wenn ich alleine bin. Ich weiß das, weil ich mein ganzes Surferleben alleine war – ich hatte keinen Coach, keinen Trainer, nichts. Aber wenn du die richtigen Leute für die richtigen Dinge anstellst, wirst du schnell Resultate sehen. Daher ist das alles gut so wie es ist. Außerdem stimmt auch die Chemie zwischen uns allen einfach.

Nicht nur wir nutzten die Chance, mit Nic abzuhängen. Die Medien reißen sich momentan um ihn.
Nicht nur wir nutzten die Chance, mit Nic abzuhängen. Die Medien reißen sich momentan um ihn.

Wie sehr setzen dich die Medien unter Druck? In Portugal bist du ja ein echter Volksheld.

Surfen ist in Portugal richtig Mainstream. Ich werde hier regelmäßig in Fernsehstudios eingeladen und habe ein Interview nach dem anderen. Mit der deutschen Presse hatte ich so etwas schon lange nicht mehr. Es war jetzt auch eine Herausforderung, mal wieder ein Interview auf Deutsch zu führen – obwohl wir zu Hause Deutsch sprechen und ich ja auf einer deutschen Schule war. Aber so ist es eben – my life is made of challenges.

Was Nic von Rupp sonst noch bewegt und wie er es schafft, Wellen zu surfen, die locker einen Fischkutter versenken könnten, erfahrt ihr hier.