5 Albtraum Wellen

TEXT STEPHAN BERNHARD

Wir Surfjournalisten leben für das Surfen, doch von manchen Wellen lassen wir lieber die Finger. Denn diese Spots haben so viel Angstpotenzial, dass sie das Blut in den Adern gefrieren lassen – zumindest unseres. Heute stellen wir Euch 5 Albtraum Wellen vor.

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1. TEAHUPO’O – 5 Albtraum Wellen

TEAHUPO’O

Wo liegt Teahupo’o?

Am Ende der Straße auf Tahiti in der Südsee.

Was ist Teahupo’o?

Vielleicht die heftigste Welle der Welt. Denn kein anderer Spot erfordert mehr Überwindung beim Takeoff. Erscheint eine sich hier aufbauende Wasserwand doch eher wie ein Wasserfall, auf dem es senkrecht in die Tiefe zu rasen gilt. Dazu kommt das verdammt scharfe Korallenriff, das Gerüchten zufolge wohl teils wirklich nur 50 Zentimeter unter der Wasseroberfläche auf deinen ersten Fehler lauert. Wenn du aber den Drop schaffst und den Bottom Turn, dann musst du nur ruhig auf deinem Board stehen und staunen. Denn sobald du die richtige Line hast, macht die Welle die ganze Arbeit und lässt dich mühelos durch den Wassertunnel gleiten.

Wie ist der Wipeout in Teahupo’o?

Normalerweise startet alles mit einem harten Bauchplatscher, weil du dem steilen Drop nicht gewachsen warst. Dann geht es steil nach oben, während dich die Welle hochsaugt und nach einem kurzen Moment der Schwerelosigkeit mit der Lippe wieder rasant in die Tiefe. Es folgt der fast unvermeidliche Aufschlag auf den Korallen, und nicht selten wirst du dabei deines Shortys oder deiner Shorts entledigt. Unter Wasser schleppt dich das Weißwasser dann noch etwas über das Riff, bis du endlich wieder an die Luft darfst. Nach einem kurzen Atemzug rollt dann die nächste Walze heran und schleift dich weiter über die Korallen und danach noch eine Welle, bis du irgendwann in der Lagune hinter dem Riff treibst.

Die Geldfrage 

Wie viel müsste man mir bezahlen, damit ich Teahupo’o surfe? Es gibt wohl kleine Tage in Teahupo’o, an denen der Spot wie ein kopfhoher Point bricht. An so einem Tag würde ich sogar zahlen, um dort zu surfen. Aber an einem richtigen Teahupo’o-Tag bei großem Swell mit detonierenden Wellenlippen und vertikalen Drops? Nie und nimmer, auch nicht für 1 Million. Ich würde beim Blick in die Tiefe erstarren, voll over the falls gehen und wäre nach dem Erlebnis so traumatisiert, dass ich nie wieder surfen würde. Geld ist eben nicht alles!

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