Der Sylter Gaston Surfmann ist 77 Jahre alt und ritt schon auf Nordseewellen, als es in Deutschland noch nicht einmal einen Namen für den Sport gab.

1. Wann und wo kam es zum ersten Ritt auf einer Welle?

Das war 1964. Ich war damals Rettungsschwimmer auf Sylt in Westerland und wir hatten diese großen, schweren Rettungsbretter. Damit haben wir erstmal das Paddeln gelernt. Dann haben wir probiert aufzustehen und auf einer Welle zu reiten – ohne überhaupt zu wissen, dass Wellenreiten tatsächlich schon existierte.

2. Wie kam der neue „Sport“ auf Sylt an?

Mit dem Wellenreiten konnte zu der Anfangszeit niemand etwas anfangen. Wir waren Exoten, und die Leute dachten, mit uns stimmt etwas nicht. Im Laufe der Jahre hat es sich ja verbreitet und wurde auch an unseren Stränden bekannter. Da waren wir natürlich vorne weg dabei und die coolsten Jungs!

3. Wo kamen die ersten echten Surfboards her?

Nachdem wir herausgefunden hatten, dass es in Frankreich bereits eine richtige Surfszene gab, haben wir uns Boards von Mike Barland aus Biarritz schicken lassen. Da wurde auch echt gespart, damit man sich ein eigenes Custom Board leisten konnte.

4. Wie viele Surfer gab es zu Beginn auf Sylt?

Zu Beginn gab es wohl circa 5 Surfer auf der Insel – heute dürften es gut 200 sein.

Gaston Surtmann, einer der ersten Surfer Deutschlands. Foto: Tim Surtmann
Gaston Surtmann, einer der ersten Surfer Deutschlands. Foto: Tim Surtmann

Auf der nächsten Seite verrät Gaston Surtmann, ob es damals schon Neoprenanzüge gab und ob noch viele seiner damaligen Freunde surfen.