4. Kannst du dir vorstellen, was mit deinem Boardbag passiert ist?

Am Bag selbst waren keine Spuren zu erkennen, weshalb ich die Boards dooferweise auch am Flughafen nicht sofort gecheckt habe. Bisher hatte ich ja auch noch nie Probleme, und alleine das Aus- und wieder Einpacken hätte in der Gepäckausgabe sicherlich 30 Minuten gedauert. Da äußerlich kein Schaden erkennbar war, bin ich – wahrscheinlich etwas naiv –  einfach von der Unschuldsvermutung ausgegangen. Bei meinem Koffer oder Backpack bin ich schließlich auch noch nie auf die Idee gekommen, den kompletten Inhalt bei Ankunft am Flughafen auszupacken und auf Beschädigungen zu prüfen.

Der Anblick, vor dem jeder Surfer nach einem Flug Angst hat.
Der Anblick, vor dem jeder Surfer nach einem Flug Angst hat.

5. Wie groß ist der Schaden, und was willst du mit den Boards machen?

Ich bin gerade dabei, mir ein Schadensgutachten einzuholen. Je nach Preis will ich die Boards aber auf jeden Fall von einem Shaper oder einem Kumpel reparieren lassen. Auch wenn es viele „abgebrühte“ Surfer da draußen geben mag, für die ihre Boards nur Handwerkszeug oder Gebrauchsgegenstände sind, denke ich, dass für viele Surfer ihre Boards sehr viel mehr bedeuten. Zu letzterer Gruppe zähle auch ich. Es sind sozusagen die Bretter, die die Welt bedeuten, schließlich verbinden einen auch so viele tolle Erlebnisse.

6. Hast du Kontakt mit der Fluglinie aufgenommen, und hast du Hoffnung auf eine Erstattung?

Als ich den Schaden am nächsten Tag beim Auspacken entdeckt habe, hatte ich den ganzen restlichen Tag ein echt flaues Gefühl im Magen, während die verschiedensten Emotionen in mir hochkamen. Als erstes habe ich die Fluggesellschaft telefonisch kontaktiert und meinen Fall geschildert. Der nette Herr am Telefon meinte, dass ich den Schaden sofort bei der Gepäckausgabe hätte anzeigen sollen. Aber auch, dass ich meinen Fall nochmals per E-Mail mit Bildern der Beschädigungen schildern sollte. In der Zwischenzeit habe ich mich selbst auch etwas mit dem Thema beschäftigt, also die ABGs der Fluggesellschaft studiert sowie Vereinbarungen zu den Rechten von Fluggästen, wie das Montrealer Abkommen. Immer hieß es, dass zwar schnellstmöglich, aber auf jeden Fall innerhalb von sieben Tagen eine schriftliche Reklamation bei der Fluggesellschaft vorliegen muss. Da ich mich an diese Deadline gehalten hatte, wollte ich die Absage der Fluggesellschaft, die nach wenigen Wochen per E-Mail bei mir ankam, nicht so einfach hinnehmen. Denn auch die Argumentation war holprig. Da wurde etwa gesagt, dass das Gepäck als erhalten gilt, wenn keine sofortige Reklamation erfolgt. Aber darum ging es in meinem Fall ja gar nicht. Mein Gepäck hatte ich ja erhalten, nur eben leider beschädigt. Deshalb folgte prompt meine Antwort per Mail, in der ich auf die Frist von sieben Tagen aufmerksam gemacht habe und mir rechtliche Schritte vorbehalten habe – Ausgang ungewiss.

Und wie sieht man den Fall in den sozialen Netzwerken? Die Antwort steht auf der nächsten Seite.