Alles was wir über den Streit um den Eddie Aikau Big Wave Contest wissen. Seit Ende letzter Woche ist in der Big-Wave-Szene nichts mehr wie es einmal war. Denn wenn es hart auf hart kommt, könnte der Eddie, der wichtigste Contest für Big-Wave-Surfer, von nun an Geschichte sein.

Was ist der Quiksilver in Memory of Eddie Aikau Contest?

Wohl der prestigeträchtigste Big Wave Contest der Welt. Eingeladen werden nur die besten Surfer, die sich schon einen Namen als wahrer Waterman gemacht haben. Gesurft wird auf Hawaii in der Waimea Bay an der North Shore, aber nur wenn die Wellen an einem Tag zwischen Dezember und Februar 40 bis 50 Fuß erreichen. Surfbedingungen, die selbst im Winter auf Hawaii selten sind und dem Contest so den Beinamen einbrachten: „Der Wettkampf, der nie stattfindet.“ Tatsächlich fand der Eddie aber doch schon ein paar Mal statt – genau neun Mal in 31 Jahren. Zum letzten Mal diesen Februar, als John John Florence den Sieg holte. Mehr über den Contest erfahrt ihr hier.

Streit um den Eddie Aikau - So siehts aus, wenn der Swell in Waimea Bay 20 Fuß erreicht.
So sieht’s aus, wenn der Swell in Waimea Bay 20 Fuß erreicht – natürlich am Wellenrücken gemessen, wie auf Hawaii üblich.

Wer ist Eddie Aikau?

Genauer gesagt: Wer war Eddie Aikau? Denn der ehemalige Surfer und Lifeguard kam bei einem Rettungseinsatz Ende der 70er Jahre ums Leben. Seine ganze Geschichte könnt ihr hier lesen.

Eddie Aikaus Gedenktafel.
Eddie Aikaus Gedenktafel.

Wer streitet sich um den Eddie Aikau Contest?

Vielleicht ist Streit ein wenig übertrieben. Genauer gesagt haben die Firma Quiksilver und die Familie Aikau ihre Zusammenarbeit vor wenigen Tagen beendet und das, nachdem sie den Eddie Aikau Contest seit 1985 31 Jahre lang zusammen auf die Beine gestellt haben. Als Folge gibt es im Moment keinen Hauptsponsor, der den Contest finanzieren würde.

Streit um den Eddie Aikau- Wohl der schönste Wipeout des Tages, wenn auch nicht der fieseste.
Wohl der schönste Wipeout des Contests im Februar, wenn auch nicht der fieseste.

Geht es um Geld beim Streit um den Eddie Aikau?

Das ist gar nicht so leicht zu sagen. Von Quiksilver heißt es, dass die Firma den Contest gerne weiterhin organisiert hätte. Doch ein neues Angebot wurde bei den Verhandlungen von der Seite der Aikau-Familie wohl abgelehnt. Von der Aikau-Familie heißt es dagegen, dass es nicht um Geld bei den Verhandlungen ging, sondern um die Tradition der Mindesthöhe der Wellen für den Contest. Denn nur so könnte das Erbe des Watermans Eddie bewahrt werden. Den Event in Zukunft fortbestehen lassen, will aber auch die Aikau-Familie. Damit wären dann auch die offiziellen Statements vermeldet, und wir kommen zu ein paar Gerüchten, die rund um die aufgekündigte Zusammenarbeit kursieren. Und in denen geht es sehr wohl um Geld. Demnach gab es vor zehn Jahren schon einmal Verhandlungen um den Wettkampf in der Waimea Bay. Damals wollte die Aikau-Familie mehr Geld und bekam es auch. Aber damals war Geld bei Quiksilver auch kein Thema, es gab einfach so viel davon. Heute, im Jahr 2016, sieht das anders aus. Die Surfmarke steckt wie viele ihrer Konkurrenten in einer finanziellen Krise, und Geld ist zu einem knappen Gut geworden. Angeblich umfasste das Sponsoring von Quiksilver in den letzten Jahren 180.000 Dollar für die Familie Aikau. Nun sollen Forderungen im Millionenbereich auf den Tisch gekommen sein. Ob es stimmt? Vielleicht – wie gesagt sind das nur Gerüchte.

Stockfinstere Nacht und der Strand ist voll.
Als im Februar der Eddie für den nächsten Tag angekündigt war, verwandelte sich der Strand schon in stockfinstere Nacht zum Zeltplatz.

Streit um den Eddie Aikau – Wie geht es weiter?

Sicher ist, dass Quiksilver und die Aikaus nicht mehr zusammenarbeiten. Die Lizenz für den Wettkampf in der Waimea Bay während des Winters 2016/17 hat Quiksilver aber schon bekommen. Demnach würde es diesen Winter keinen Eddie geben. Doch Quiksilver kündigte an, dass sie die Lizenz weitergegeben würden. Etwa an die Aikau-Familie, damit die den Event durchführen kann. Leider lässt die Bürokratie diese einfache Lösung nicht zu. Denn von Behördenseite wurde nun vermeldet, dass Lizenzen nicht übertragbar sind. Allerdings erarbeiten einige Anwälte schon eine Konstruktion, die einen Eddie diesen Winter doch möglich machen könnte. Aber wohl nur, wenn ein neuer Geldgeber einspringt.

Wer könnte der neue Sponsor sein?

Das weiß niemand. Aber der Name einer Firma ist schon mehrfach gefallen – wohlgemerkt nur hinter vorgehaltener Hand: Red Bull.

Die besten Wipeouts, die es je beim Eddie gab,…

findet ihr hier.

Die Eddie Aikau die Story zur Legende