Ende Oktober wurde bei der Peahi Challenge, dem wohl krassesten Big Wave Contest der Welt, eine Tube geritten, wie sie es noch nie zuvor zu sehen gab. Wir wollten mehr darüber erfahren.

1. Vorbereitung:

Ian Walsh, der Local von Maui, wollte dieses Jahr etwas mehr Ruhe, einfach den ganzen Druck und all die Erwartungen aus seinem Kopf verbannen. Daher schaltete Ian auch sofort sein Handy aus, als bekannt wurde, dass der Contest laufen würde. Das war Ende Oktober, als der erste mächtige Swell der Wintersaison auf Hawaii zurollte und es grünes Licht für die Peahi Challenge am Spot Jaws gab. Danach widmete sich Ian seinem Equipment.

Für die Peahi Challenge wählte Ian sein 10' 4''-Gun in der Version als Quad.
Für die Peahi Challenge wählte Ian sein 10′ 4“-Gun in der Version als Quad.

2. Tag 1 der Peahi Challenge

Es war Freitag der 27. Oktober, als die Peahi Challenge in Jaws begann, und der Swell wuchs ständig. In Heat 3 der Runde 1 war Ian dran. „In Jaws geht es darum, am richtigen Platz zu sein“, erklärt Ian. „Oft hast du nur einen Bereich, der in etwa einem Dreieck mit einem Meter Kantenlänge entspricht, um in eine Welle zu kommen. Als ich mich umdrehte, sah ich, wie sich ein Brecher genau vor mir aufbaute.“ Der Kommentator nannte das Face dieser Welle „locker sechsfach überkopf“, also etwa 40 Fuß hoch. Nicht vergessen: Das war die erste große Welle für Ian nach einem langen Sommer und die sah so aus:

Nicht gerade das, was wir eine Welle zum Aufwärmen nennen würden.
Nicht gerade das, was wir eine Welle zum Aufwärmen nennen würden.

@ian.walsh on a 40+ft wave at Pe'ahi! 😱

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3. Tag 2 der Peahi Challenge

Der Samstag sah fantastisch aus: Offshore, Sonnenschein und riesige Barrels. Im Halbfinale paddelt Ian in die Welle, die in der Surfszene tagelang zum Thema Nummer 1 wurde. Viele sagen, dass es die beste Tube aller Zeiten war, die je in einem Contest gesurft wurde. „Nach dem Takeoff habe ich sofort gesehen, wie die Wall vor mir auf mich zudrehte, sich mächtig aufbaute und gleich ihre Lippe nach vorne werfen würde“, berichtet Ian über seinen geschichtsträchtigen Ritt. „Ich holte soviel Tempo raus wie möglich, und schon schloss sich das Dach über mir. Mein ganzes Gewicht war auf meinen Zehen, um das Rail in der Wall zu halten. Dabei war diese Tube so groß, dass ich sogar darin manövrieren konnte. Ich glaube, ich habe diese Barrel auch nur geschafft, weil ich seit Jahren von so einer Welle geträumt und den Ritt dabei immer visualisiert habe.“ Und so sah diese Tube aus:

4. Nachspiel

Im Finale holte Ian dann auch noch den Sieg, aber es gab keine Welle mehr, die an die Tube aus dem Halbfinale heranreichen konnte. Später am Abend kamen dann circa 400 Leute in Ians Haus und gingen erst sehr viel später wieder nach Hause. Am nächsten Morgen spürte Ian dann das leichte Schleudertrauma im Nacken, denn das hat man nach einer Session in Jaws, sagt Ian.

In diesem Moment tat der Hals noch nicht weh.
In diesem Moment tat der Hals noch nicht weh.

Und auf der nächsten Seite gibt es noch eine 12-Minuten-Doku über Ian bei der Peahi Challenge.