Was lief bei Garrett McNamaras Ritt schief?

Keiner der Surfer, die mit McNamara an diesem Tag im Wasser waren, traute sich zu, eine der Bomben anzupaddeln. Lediglich Ion Banner ließ sich mit dem Jetski in eine Welle ziehen und entkam dabei nur ganz knapp der brutalen Lippe. Die Wellen waren einfach zu schnell. Doch Garrett McNamara wollte sich nicht mit einer Tow-In-Session zufriedengeben. Er paddelte zum Peak, und als sich der Horizont verdunkelte, senkte er den Kopf nach unten und paddelte so schnell er konnte.

Im Video sieht man, wie der starke Offshore die Nose seines 10 Kilo schweren Boards nach oben drückt. McNamara steht noch auf, aber das Face der Welle ist bumpy wie eine Schlaglochpiste. Er verliert das Gleichgewicht und wird Kopf voraus vor die Welle geschleudert. Normalerweise hätte er jetzt ins Wasser eintauchen und vom Ozean verschluckt werden müssen, aber das Gegenteil passierte: Wie ein flacher Stein, der über die spiegelglatte Oberfläche eines Sees hüpft, prallte McNamara drei Mal von der Wasseroberfläche ab, bevor ihn schließlich die gigantische Weißwasserlawine überrollte. Was war geschehen? McNamara trug eine aufblasbare Weste, wie sie viele Big-Wave-Surfer mittlerweile nutzen, und die wie eine Art Airbag funktioniert: Wer die Weste unter Wasser auslöst, wird durch die zusätzlichen Luftkissen am Körper schneller zurück an die Oberfläche transportiert. Doch der Amerikaner wollte auf Nummer Sicher gehen und hatte die Weste schon vor dem Ritt ausgelöst, um im Falle eines Wipeouts gar nicht erst zu tief unter Wasser gezogen zu werden. McNamaras Plan ging zwar auf, aber der Airbag sorgte auch dafür, dass er hilflos wie ein Gummiball über das Wasser schlitterte. Als ihn das Weißwasser dann wieder ausspuckte, trieb er hilflos im Wasser – die Wucht des Aufpralls hatte seinen linken Oberarm zerschmettert und seine Schulter ausgekugelt. Zwar waren sofort zwei Jetskis zur Stelle, um ihn aus der Gefahrenzone zu bringen, aber mit nur einer Hand bekam Garrett erst nach mehreren Versuchen die Schlaufen des Rescue Boards zu fassen. Gerade noch rechtzeitig, denn nur ein paar Sekunden später und er wäre von der nächsten Welle gegen den Mushroom Rock gespült worden, einen markanten Felsen an der Inside von Mavericks, der schon so manchem Surfer zum Verhängnis wurde. Augenzeuge Frank Quirarte sprach später auf seiner Facebook-Seite von einem „der schlimmsten Wipeouts, die ich seit langer Zeit gesehen habe“, aber trotzdem hatte Garrett McNamara noch einmal Glück im Unglück. Er wurde noch am gleichen Tag operiert und hat auf Instagram bereits sein baldiges Comeback angekündigt.

Garrett McNamara kurz nach seiner OP.